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Full text: Wissenschaftliche Instrumente, Wiener Weltausstellung Heft 11

Section II. Uhren. 
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nach den Angaben des berühmten englischen Chronometermachers 
Frodsham eine cylindrische Spirale anfangs an Isochromsmus zu 
nimmt, dann 10 bis 15 Jahre gleichbleibt, aber nach 20 Jahren nichts 
mehr taugt. Aehnliches müsste auch für platte Spiralen an laschen- 
chronometern gelten. 
Italien. Eine eigentliche Uhrenindustrie hat Italien nicht und 
es werden nur Thurmuhren verfertigt, von einzelnen zerstreuten Mei 
stern, wie dieses auch anderwärts vorkommt. Es waren einige Thurm 
uhren ausgestellt, jedoch nicht alle im Kataloge verzeichnten Aussteller 
zu finden. 
Die meisten Thurmuhren hatten Vorrichtungen für sogenannte 
constante Kraft“ oder Selbstaufzug, was bei Thurmuhren besonders 
empfehlenswert ist, da dadurch das.Pendel von dem oft sehr grossen 
und entfernten Zeigerwerk unabhängig wird. 
Unter den ausgestellten Werken zeichneten sich nur jene der 
Gebr. Granaglia und etwa noch der Gebr. ßonfini aus; die an 
deren waren meist mit wesentlichen Constructionsfehlern behaftet, 
namentlich muss die Verwendung der Schraube ohne Ende zur Ueber- 
setzung getadelt werden, wenn auch dadurch ein oder zwei Kader zu 
ersparen sind. Uebrigens kam diese Verwendung auch in der öster 
reichischen Ausstellung vor. Taschenuhren waren keine ausgestellt, 
auch keine Marinechronometer. 
Schweden. Nur ein Aussteller, Linderoth aus Stockholm, 
Thurmuhr und Eisenbahnstationsuhr. Beide gut gearbeitet, wenn auch 
mit starkem Nachfall. Bemerkenswerth ist, dass die Uhrwerke massive 
Triebe und keine Hohltriebe, wie fast alle anderen Thurmuhren der 
Ausstellung hatten und die allgemeine Meinung den Hohltrieben als 
geleitetes Rad den Vorzug giebt. Der Aussteller hat zum Aufhangen 
der Gewichte, die schon seit längerer Zeit in England üblichen, bei 
uns noch sehr selten verwendeten Drahtseile genommen; sie gewahren 
jedenfalls den Vortheil, dass man die Seilwalzen kurzer und darum 
das ganze Werk schmaler nehmen kann. 
Dänemark hatte ebenfalls nur zwei Aussteller gesendet. 
Holst aus Kopenhagen, welcher eine astronomische Pendeluhr 
und Taschenchronometer ausstellte, die jedoch von keiner Gangtabelle 
begleitet waren, obwohl dieselben gut gearbeitet schienen. Der letztere 
hatte freie Hemmung und cylindrische Spirale. 
H. Jürgensen, aus Kopenhagen hatte nur schön gearbeitete Hem 
mungsmodelle ausgestellt.
	        
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