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Full text: Wissenschaftliche Instrumente, Wiener Weltausstellung Heft 11

550 Gruppe XIV. Wissenschaftliche Instrumente. 
von Duchemin angewendet und in einem anderen (Seiberl) die von 
Stampfer angegebene Compensation, bestehend aus einem Parallelo 
gramme von Stahl, in dessen grosser Diagonale sich eine Zinkstange 
befindet. Der ruhende Ankergang ist allgemein angewendet. Sehr 
oft waren für solche Uhren brillante Stehkästen vorhanden, und der 
Stehkasten hat für eine Jahruhr den Vortheil, dass er dem Gewichte 
noch einen namhaft weiteren Fallraum gestattet, dasselbe also auch in 
gleichem Verhältniss leichter genommen werden kann, während sonst 
Pendeluhren keine längeren Kästen erhalten, als das Pendel erfordert. 
Indessen waren auch einzelne Pendeluhren mit Secundenpendel 
und kürzerer Gangzeit ausgestellt, die keine unnöthigen Zierrathen 
an sich trugen und ihrer ganzen Arbeit nach Anspruch auf den Namen 
astronomische Pendeluhren machen konnten, so bei Marenzeller, 
obwohl sonst diese Bezeichnung in sehr verschiedenem Sinne gebraucht 
wird, und meist bezeichnet, dass etwa die Uhr allerlei astronomische 
Aufgaben löst. Gangtabellen waren jedoch keiner derselben beigegeben. 
Ausserdem fand noch Heinrich Fischer sowohl für seine ausgestell 
ten Uhren als für seine Bemühungen um die Ausstellung überhaupt 
und die Gründung einer Uhrenmacherschule in Wien besondere Aner 
kennung. 
Auswüchse giebt es überall, als solcher ist doch wohl die häufige 
Anwendung der Schraube ohne Ende zur Verbindung der Räder zu 
bezeichnen, besonders wenn sie auch das Steigrad führt. 
Besonderen Künsteleien, wie etwa Uhren, welche die Zeit für ver 
schiedene Orte der Erde zeigten oder dergleichen, widmete die Jury 
keinerlei Aufmerksamkeit, so wenig als den reich ausgestatteten Kästen 
oder einer vergoldeten hölzernen Pendelstange. Oefter sind die Auf 
hängefedern des Pendels etwas lang; in einigen Fällen haben Geh- uud 
Schlagwerk nur ein Gewicht. 
Ausser Pendeluhren kamen hier auch vereinzelte Exemplare von 
Taschenuhren mit corrigirtem Datum, Taschenchronometer, schön ge 
arbeitete Reiseuhren, deren einzelne Chronometerhemmung hatten, und 
Controluhren vor. 
Unter den bereits durch Zuerkennung von Medaillen ausgezeich 
neten Arbeiten fand das Geschäft von Freitag darum besondere An 
erkennung, weil es den Uhrenmachern auf mechanischem Wege produ- 
cirte Uhrenbestandtheile und auch ganze Rädersätze um billigen Preis 
liefert und dadurch die Arbeitstheilung fördert. Aus demselben Grunde 
ist Urban zu erwähnen, welcher beinahe für Alle die Uhrensteine 
lieferte. Marenzeller würde gemäss seiner Ausstellung wohl den 
ersten Platz eingenommen haben, wenn derselbe nicht in seiner Eigen 
schaft als Juror ausser Concurs gewesen wäre. 
Bei der ausserordentlichen Gleichartigkeit der meisten ausgestell 
ten Werke war es übrigens der Jury, abgesehen von den besonders 
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