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Full text: Wissenschaftliche Instrumente, Wiener Weltausstellung Heft 11

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554 Gruppe XIV. Wissenschaftliche Instrumente. 
eingeführt. — Die durch Dieulafoy neuerdings in Aufnahme gebrach 
ten Aspirateurs, bekanntlich theils zu diagnostischen, theils zu thera 
peutischen Zwecken bestimmt, waren in mehreren Varianten vorhanden, 
nämlich von Dieulafoy selbst der „aspirateur ä encoche“, das erste 
und ursprüngliche Instrument, der „aspirateur ä cremaillere“ (Bewe 
gung des Stempels durch eine Zahnstange) und der „double aspirateur“ 
(zwei dicht neben einander befindliche, durch dasselbe Zahnrad, abei in 
entgegengesetzter Richtung in Bewegung gesetzte Aspirateurs, von 
denen der eine aufsaugt, während der andere die vorher aufgesogene 
Flüssigkeit austreibt). Der Potain’sche Aspirateur, bei welchem nicht 
die Spritze selbst, sondern eine zwischen dieser und dem Trocar ein 
geschaltete Flasche die Flüssigkeit aufnimmt, ist bereits von Chwat 
in Warschau modificirt worden. — Als Aquapunctur wird ein be 
hufs starker Revulsion an der Haut anzuwendendes Verfahren bezeich 
net, bei welchem durch einen von Mathieu construirten Apparat mit 
telst eines ungeheueren Druckes die Haut durch einen haai feinen Was 
serstrahl durchbohrt wird. 
II. Instrumente für die Mundhöhle und die Zähne. Zu 
nächst war eine von Collin angegebene neue Art von Mundspiegeln 
zu gewaltsamer Eröffnung der Kiefer hervorzuheben. Unter den auf 
der Ausstellung zahlreich vorhandenen Zahn-Instrumenten waren 
besonders zwei vortreffliche und sehr umfassende Sammlungen von 
solchen aller Art, wie sie zu den verschiedensten Zwecken in der Zahn 
heilkunde überhaupt zur Anwendung kommen, sehr bemerkenswerth, 
die eine von Sam. White in Philadelphia, die andere von Ash&Söhne 
in London. Besonders zu erwähnen ist für die Manipulationen des Boh 
rens und riombirens Gr een’s elektrische Bohr- und Füllmaschine, die, 
jedenfalls nur in sehr beschränkter Anwendung, eine raschere Ausfüh 
rung der Manipulationen ermöglichen soll. Mehrfach (z.B. von Char 
les Abbey & Söhne in Philadelphia und Sam. White, fand sich 
Blattgold zum Plombiren ausgestellt; ferner Operationsstühle für 
Zahnärzte, die sich durch Eleganz und Zweckmässigkeit auszeichneten; 
so von Sam. White, Justi in Philadelphia, Ash, Grasech & Strä- 
ter in Frankfurt a. M. 
III. Instrumente für Nase, Schlund, Kehlkopf und Luft 
röhre. Von Instrumenten zur Untersuchung der Nasenhöhle von 
aussen, von den Nasenlöchern her, namentlich zur Entdeckung von 
Nasenpolypen, lag von Duplay in Paris ein „speculum bivalve“ vor. 
Für die Entfernung von Nasen - Rachenpolypen fand sich von Pean 
behufs Anwendung seines „morcellement“ auch auf jene ein Instrument, 
„clamp-scie“, bestehend in einer starken Zange, die an ihren Branchen 
eine hin- und herzubewegende grobzahnige Säge trägt, um mittelst
	        
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