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Gruppe XIV. Wissenschaftliche Instrumente.
verticaler Larynxkrümmung), an ihren vorderen Enden biegsam und
haben noch andere Vortheile, auf die wir hier nicht näher eingehen
können. Da im Uebrigen jeder Operateur seine Lieblings-Instrumente,
zum Theil eigener Erfindung, bat, so ist die Zahl der für den gedach
ten Zweck bestimmten Instrumente ausserordentlich gross. — Ganz
neu waren die Instrumente von Schrötter zur Erweiterung der Stric-
turen des Larynx nach gemachter Laryngotomie, bestehend in Bou-
gies aus Hartkautschuk und Zinn, die, an einem Faden befestigt, von
oben her in die Strictur gebracht werden, ferner in einem Instrument
zur Ausdehnung der Strictur durch Schrauben Wirkung. — Von Rhino-
skopen verdienten die von Baxt und Collin, von Aetzmittelträgern,
Zerstäubungs- und elektrischen Apparaten die von Mathieu besondere
Erwähnung. — Unter den Instrumenten für die Luftröhre sind von
Collin eine kleine gegliederte Pincette zur Entfernung von Croup-
membranen nach der Tracheotomie und ein dreiarmiges Dilatatorium
zur Offenhaltung der Wunde nach Entfernung der Canüle anzuführen.
IV. Instrumente und Apparate für die Augen. Auch für
die Augeninstrumente ist die früher gemachte Bemerkung zu wieder
holen, dass die französischen Aussteller, namentlich die beiden haupt
sächlichsten derselben, Mathieu und Collin, ihren ausländischen
Collegen den Vorrang abgelaufen hatten. Besonders zu erwähnen sind
Ed uard v. Jäger’s Instrumente zur Ausführung seines Hohlschnittes,
angefertigt von Thürriegel in Wien; ferner die „pinccs cystitomcs“
von v. Wecker, Meyer, unter den zahlreichen Irispincetten eine
solche mit drehbaren Branchen von R. Liebreich in London, die Na-
delpincette von Heymann zur Pupillenbildung in starren Membra
nen, von Irisscheeren v. Wecker’s „pince ciseaux“, die Scheeren von
Collin und Liebreich. An Augenlidhaltern und Fixationsinstru-
menten lagen vor solche von Paul Schrötter, Monoyer etc. Be
merkenswerth ferner waren die locheisenartigen Augentrepane von
Bowman und v. Wecker, des letzteren Instrument zur Tätowirung
der Cornea und zu Operationen am Thränensack etc. etc. — Wenig
Neues boten die zur Untersuchung des Auges und seiner Functionen
bestimmten optischen Instrumente, darunter ein Apparat („oeil arti-
ficiel“) von Perrin, mit verschiedenartigen pathologischen Augenhin
tergründen zur Uebung für Anfängerin der ophthalmoskopischen Unter
suchung; dagegen waren zweckmässig eingerichtete Brillenkästen von
Nachet, Mathieu, F. Fritsch, sowie Brillengestelle neuer Construc-
tion für die Probegläser und für Prismen von denselben ausgestellt.
V. Die Instrumente und Apparate für das Gehörorgan
boten in den Apparaten zur Beleuchtung des äusseren Gehörganges
und den Instrumenten zur Entfernung von fremden Körpern und Po-