Section III. Blas- u. Schlaginstrumente. Bestan'dtheile. 661
Es wurde das französische a! zur Grundlage genommen. Jede
Saite wurde in zwei Hälften geschnitten, eine Hälfte auf eine Violine
bis e" gespannt, um den Ton zu hören, die zweite Hälfte auf eine
Maschine für Pianostahlsaiten gezogen und mittelst einer Handkurbel
und eines Stellrades langsäm gespannt, so dass die _E-Saiten von Ruf-
fini und Righetti bis as" gestimmt wurden.
Jene vonVenturini und Bedini, dann die vonSchuster, Dür-
schmidt und Glier aus Deutschland haben/" ausgehalten, bevor sie
zerrissen.
Die deutschen Saitenfabrikanten haben nur nöthig, besseres Material
zu den JS-Saiten zu verwenden, um dieselben auf gleiche Stufe mit den
ersten Fabriken Italiens zu bringen, da die deutschen Violin-Z-Saiten
und Cellosaiten mehr als die italienischen aushielten und somit den
Beweis lieferten, welch ein herrliches Material für die tieferen Saiten
verbraucht wird.
Russland hatte zum grössten Bedauern der Beurtheiler überhaupt
nur wenige und namentlich wenig gediegene Instrumente aus Holz und
Metall (Blasinstrumente) vorgelegt, so dass hierüber nichts weiter zu
berichten ist.
A. Israileff aus Reztov hatte eine ganze chromatische Octave
Stimmgabeln ausgestellt, die als Grundton zu den verschiedenen Instru
menten dienen, welche der guten Stimmung und des vorzüglichen Tones
wegen mit der Verdienstmedaille ausgezeichnet wurden. Das System
der chromatischen Stimmgabeln rührt von Scheibler her, wie ich
solches in meiner Geschichte des Claviers ausführlich beschrieben habe.
Rumänien. Der einzige Exponent, Stassek in Bukarest, hatte
mehrere Metallblasinstrumente ausgestellt und sich alle Mühe gege
ben, dieselben mit unpassenden Verzierungen zu belasten.
Ihrer möglichen Brauchbarkeit wegen sind diese Instrumente durch
das Anerkennungsdiplom ausgezeichnet worden mit dem Bedeuten,
Stassek möge mehr auf die innere Güte Werth legen.
China. Auch China stellte vier Stück Tamtams kleiner Gattung
mit sehr gutem Tone aus, weshalb solche mit dem Anerkennungsdiplom
ausgezeichnet wurden.
In die dritte Section sind auch am natürlichsten die besaiteten
Schlaginstrumente einzureihon, von welchen jedenfalls dieHarfe, dieses
noch jetzt im Orchester so ausserordentlich wirksame Instrument, die vor
nehmste Rolle spielt. Sie wird bekanntlich ohne Plectrum mit unbe-
• waffneten Händen behandelt und ist unter der Herrschaft eines tüch
tigen Künstlers reicher Ausdrucksschattirungen fähig.
Selbstverständlich gilt dies nicht von den einfachen und oft recht
klanglosen Harfen aus den sächsisch-böhmischen Grenzorten, sondern
von den Harfen nach Erard’schem System, welches jetzt bei den