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Gruppe XV. Musikalische Instrumente.
leistet, wie die Arbeiten des italienischen Fabrikanten Mola unzweideutig
bewiesen.
Zum Schluss sei es erlaubt, in kurzen Worten noch auf die Instrumente
der Ausstellung hinzuweisen, welche der europäisch-musikalischen
Cultur fremd sind.
Von allen ausgestellten musikalischen Objecten dieser Art interessirten
unbedingt am meisten die Tonwerkzeuge aus „Englisch-Indien“,
welche die historischen Ueberlieferungen von der Beschaffenheit indischer
Musikinstrumente vollkommen bestätigten. Als Hauptinstrument der
Inder nennt schon Sir William Jones und dessenüebersetzer, F. II.
v. Dalberg (1802), die „Vina“, welche in drei Exemplaren auf der
Ausstellung in der erwähnten Abtheilung vorhanden war. Die Vina
ist ein Instrument mit einem Griffbrett nach Art der Guitarre versehen.
Die Länge des Griffbretts soll nach Jones-Dalberg 21 3 / 4 engl. Zoll
(55'2 cm) lang sein, eine Angabe, welche sich jedenfalls nur auf
ein von dem genannten Historiker gekanntes Instrument bezieht, da
in der That ebenso wie bei der Laute des 15. und 16. Jahrhunderts die
Grösse des Instrumentes je nach dem bestimmten Klangcharakter verschieden
ist. Es giebt grössere und kleinere Vinen, von denen die grösseren
in der Regel eine Quint mehr Umfang nach der Tiefe zu besitzen
als die kleineren.
Letztere haben am Griffbrett sieben Schrauben, um die Saiten zu
befestigen, und zwar zwei stählerne an der rechten Seite dicht rieben
einander, vier messingene am Griffbrett und eine andere von gleichem
Metall an der linken Seite. Die Stimmung ist folgende: a' kleinere
Stahlschraube, a Stahlschrauhe, d, A, g, cis, A. Die letzten fünf Töne mit
kleinen kupfernen Schrauben.
Eine Eigenthümlichkeit der Vina ist die Höhe der 19 Stege, über
welchen die Saiten liegen. Jene zunächst dem Schwanenhals liegenden
Stege sind höher als die allmälig nach unten zu an Höhe abnehmenden,
so dass nach dieser Einrichtung der Finger nie das Griffbrett berühren
kann. Die Stege müssen von den indischen Spielern selbst mit Wachs
befestigt werden, wobei sie nur ihrem für Tondifferenzen ungemein
empfindlichen Gehör folgen.
Wenn sie während des Spieles einen Ton chromatisch zu erhöhen
oder zu erniedrigen haben, so bewirken sie diese Veränderung vermittelst
eines Fingerdruckes auf die hierzu bestimmte Saite. Obgleich ein
paar Töne schwer hervorzubringen sind, vermögen dennoch die indischen
Tonkünstler auf den kleineren Vinen eine Tonreihe vom grossen
A bis zu dem eingestrichenen h' auszuführen.
Die Vina wird an der linken Schulter fest angelehnt, so dass der
eine Resonanzboden oben an der Schulter, der andere aber auf dem rechten
Knie ruht. Diese beiden Resonanzböden bestehen aus zwei mächtigen
ausgehöhlten und ausgetrockneten Kürbissen, welche aber in neuerer