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Gruppe XV. Musikalische Instrumente.
Die Resonanz ist viel mächtiger als bei den lautenartigen Tonwerkzeugen
„Kusser“ und „Samsin“, von welchen das erste mit
vier, das zweite mit drei Saiten bezogen ist.
Alle chinesischen und japanesischen Instrumente fanden sich überdies
auch in Niederländisch-Indien in kleinen Nachbildungen vor. Es
war hier das Modell eines vollständigen javanischen Orchesters ausgestellt.
Dasselbe bestand hauptsächlich aus Glocken, Glockenspielen,
Becken, Pauken, Holz- und Metallstreifen, welche auf Metallstiften
ruhen und mit Hämmerchen angeschlagen werden. Letztere Instrumente
haben die Form eines Sopha und werden „Kamboung Kayu“ genannt.
Das ganze javanische Orchester beweist deutlich, dass auf der Insel
Java hinsichtlich der Musik dieselben Grundsätze herrschen, wie in
China und Japan und dass selbst die geringfügigsten Instrumente der
Chinesen und Japanesen dort Eingang gefunden haben. Eine grosse
Rolle spielten die verschiedenen Arten des „Gony“ und „King“
der Chinesen, eines Instruments aus Metallglöckchen, auch Metall- oder
Holztäfelchen, die aufgehängt und nach der chinesischen Scala gestimmt
mit Holzhämmerchen geschlagen werden. Das Instrument ist überdies
auch bei den Arabern und Persern bekannt, deren Tonwerkzeuge im
Wesentlichen in der persischen Abtheilung zu finden waren. Hier
interessirten am meisten die lautenartigen Instrumente den Historiker,
weil sich an diese die Erinnerung knüpfte, wie viel die moderne Musik
der Laute zu verdanken hat; denn sie vertrat in früherer Zeit die
Stelle des Clavichords und hat wesentlich zur Entwickelung der musikalischen
Formen im weltlichen Stil beigetragen. Von den Arabern
und Persern ist dieses wichtige Ton Werkzeug nach Spanien, Italien und
Deutschland gedrungen und namentlich hat sich dasselbe nach den
Kreuzzügen bleibend Jahrhunderte hindurch in deutschen Familien
eingebürgert erhalten.
Die Araber halten zwar die Laute (arabisch l’eud oder el’end,
d. h. Holz, spanisch laudo, italienisch linto oder lento) für eine Erfindung
des Pythagoras, schreiben aber den früheren Besitz den Persern
zu; denn der arabische Autor Nobata (aus dem 13. Jahrhundert) sagt
ausdrücklich, dass ein gewisser Nadher Ben el Hares Ben Kelde
von Hira an den Hof des Königs Chosru Parviz abgesandt worden
sei und dort das Lautenspiel, auch persische Melodien erlernt habe,
die er dann selbst in Mekka lehrte. Persien, als der Ursitz der Laute,
hat sich also indirect grosse Verdienste auch um die europäische Musik
erworben, so eigenthümlich dieser Ausspruch im Augenblick erscheinen
mag, wenn man nicht in Erwägung zieht, wie unsere Tonkunst mehr
als drei Jahrhunderte hindurch gearbeitet hat, um die Herrschaft über
alle anderen Länder zu erringen. In der Vorbereitungszeit, und noch
zu Anfang des mächtigen Aufschwunges sind aber persische und arabische
Instrumente, so besonders die Laute, das geigenartige Instrument