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Gruppe XV. Musikalische Instrumente.
Instrument ist aus einem massiven Gussstücke — mit zusammenhängender
Rückwand und Yorde'rplatte — gebildet, dessen eine Seite offen
ist, in welchen offenen Raum der Resonanzboden geschoben wird. In
den Rändern dieses doppelten Eisenrahmens befindet sich eine Anzahl
eigenthümlich construirter Schrauben mit concav ausgedrehten Köpfen,
so arrangirt, dass dieselben jedesmal gegen die Enden der Rippen des
Resonanzbodens treten, welche dieEasern der I ichtenholztafel kreuzen.
Die Stärke der Eisenränder erlaubt mittelst der Schrauben einen ausserordentlichen
Druck gegen die Ränder des Resonanzbodens und die
Lage der Schrauben ist so, dass der durch dieselben ausgeübte Druck
dem Resonanzboden eine steigende Spannung gegen den Stoss der
Saiten verleiht. Die Wirkung ist eine bedeutende Zusammenpressung
der Holzfasern des Resonanzbodens bis zu einem durch die praktische
Erfahrung zu bestimmenden Grade. Allmälig theilt sich diese Pressung
von den Rändern her auch den in der Mitte des Resonanzbodens befindlichen
kleinsten Theilchen mit und befähigt dieselben, die empfangenen
Einwirkungen der Saiten sehr energisch zu reproduciren, seihst auch hei
den leisesten Schwingungen der Saiten, wodurch der Ton eine ausserordentliche
Länge und Gesangsfähigkeit nebst Klarheit und edler Klangfarbe erhält,
weil ja auch der Resonanzboden keine Transversalschwingungen als
„Ganzes“ machen kann. Erwägt man, dass die ganze Dicke dieses
Eisenkörpers nur 4 Zoll beträgt, mithin dessen Aufstellung innerhalb
der Aussenwände eine nach vorn geneigte Lage erlaubt, so bietet dies
für die Spielart einen bedeutenden Yortheil, da der Rückfall der Hämmer
ein natürlicher wird, während auch das Instrument seihst fester
steht und nicht leicht Umfallen kann.
Das erste „aufrechte Instrument“ dieser Art wurde im Februar
1866 fertig und die Firma Steinway&Söhne setzte es zur Prüfung
der Dauerhaftigkeit den ungünstigsten Einwirkungen aus; jedoch bewährten
sich Spielart und Stimmung in nie vorhergekanntem Maasse.
Auch bei Flügeln wurde dieser Apparat mit dem besten Erfolge
angewendet, während sich früher bei der Grösse des Resonanzbodens
sehr leicht jene Schlaffheit desselben einstellte, welche schon in der
natürlichen Porosität des Fichtenholzes begründet ist.
Jedenfalls ist damit ein Mittel gegeben, die Klangfarbe eines Instrumentes
zu veredeln. Dieser regulirende Apparat — unter dem Namen
„Resonator“ von der Firma Steinway & Söhne verwendet — erlaubt
sicherer ein gutes und vollkommenes Instrument herzustellen, als bisher,
wo das Resultat des Tones stets von den Zufälligkeiten abhing,
welche bei der Construction eines Resonanzbodens dessen innere Spannung
beeinflussten.
Was nun speciell den Vorzug der Instrumente bezüglich ihrer
Tonfülle anbelangt, so ist derselbe dem Material, der gelungenen Construction,
vor allem aber dem fleissigen Beobachten Theodor Stein-