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Full text: Musikalische Instrumente, Wiener Weltausstellung Heft 12

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Section I. Tasteninstrumente. 
in den 100 m langen fünfstöckigen Geschäftslocalitäten unter speciel- 
ler Aufsicht der Besitzer anfertigen. Durch solche ausgezeichnete 
Disposition des Geschäftsganges wird auch eine grosse Vielseitigkeit 
erzielt, so dass mehrere Werke zu gleicher Zeit vorbereitet werden 
können. Im Frühjahr 1873 arbeitete die Firma an nicht weniger als 
10 Werken, welche in aufsteigender Ordnung je 6, 12, 16, 18, 18, 24, 
30, 30, 33, 45 Stimmen enthalten sollten. Von diesen waren zwei 
Orgelwerke für Frankfurt a. M., je eines für Hamburg, Schaid, Born 
heim, Crefeld, Münster, Bruchköbel, Borodino in Südrussland und 
Petersburg bestimmt. 
Auf der Ausstellung war die Firma E. F. Walcker&Co. mit zwei 
Orgelwerken erschienen, von welchen das grössere (in der Abtheilung 
für kirchliche Kunst aufgestellte) als eine Glanzleistung ersten Ranges 
zu bezeichnen ist, wenn auch in demselben nur 15 Stimmen (mit 891 
Pfeifen) erklangen. Zur Benutzung derselben dienten dem Spieler zwei 
Manuale und ein Pedal, für welche Ausführungsmittel die Disposition 
in folgender Weise hergestellt war: Das erste Manual enthielt 
1 Principal 8 Fuss; 2. Bourdon 8 Fuss; 3. Viola di Gamba 8 Fuss; 
4. Trompete 8 Fuss; 5. Flöte 4 Fuss; 6. Octave 4 Fuss; 7. Mixtur 
2 2 / a Fuss vierfach. Das zweite Manual hatte folgende Stimmen: 
1. Gemshorn 8 Fuss; 2. Salicional 8 Fuss; 3. Flöte 8 Fuss; 4. Fugara 
4 Fuss; 5. Oboe 8 Fuss. Zum Pedal gehörten 1. Subbass 16 Fuss; 
2. Violonbass 16 Fuss; 3. Violoncello 8 Fuss. Es kommen also 7 Stim 
men auf das erste und 5 Stimmen auf das zweite Manual, 3 Stimmen 
aber auf das Pedal. Neben diesen einzelnen Stimmregistern kommen 
noch sechs Registerzüge zur Anwendung, nämlich 1. Koppelung der beiden 
Manuale; 2. Koppelung des ersten Manuals zum Pedal; 3. Jiitti; 
4. Forte; 5. Piano; 6. Tonschweller zum Crescendo und Decrescendo 
des Werkes, welcher durch den rechten Fuss in Bewegung gesetzt wird. 
Durch diesen Tritt vermag der Organist sämmtliche Stimmen der bei 
den Manuale an- oder abzuschwellen, weil sich bei Gebrauch des' Tn - 
tes je nach Belieben des Spielers der Schwellkasten, welcher die Manual 
stimmen enthält, öffnen oder schliessen lässt. Alle. Registerzuge, 
Koppelungen, Collectivpedale lassen sich überhaupt mit der grössten 
Leichtigkeit regieren und verleihen in Folge ihrer praktischen Ein 
richtung dem mit 56 Manualtasten vom C bis -zum g“‘ und 30 Pedal 
tasten vom C bis zum f ausgestatteten Werke den Charakter eines 
vorzüglichen Concertinstrumentes selbst für grössere Tonhallen, da 
trotz der verhältnissmässig nicht grossen Zahl der Stimmen dennoch 
bei richtigem Gebrauch des Werkes bedeutende Kraft entfaltet wer 
den kann. e 
Auch zum Unterricht in Conservatorien, wo gewöhnlich bei Aul 
stellung einer Orgel auf Raumersparniss gesehen werden muss, wäre 
das Instrument ausserordentlich brauchbar, weil der Schüler nicht allein
	        
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