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Section I. Tasteninstrumente.
zu betrachten ist, auf jenen Umstand Rücksicht genommen werden.
Beregszaszy hat dies mit vollkommener Einsicht in die akustischen
Verhältnisse gethan und durch seine Auseinandersetzung der Construction
bewiesen, dass er den V ergleich zwischen 1 ioline und Claviei
mit genauer Berücksichtigung aller Verhältnisse, aller akustischen und
historischen Bedingungen anzustellen vermochte. Wenn nun auch das
Resultat seiner Forschungen immer nur als der Anfang einer neuen
Richtung im Pianofortehau zu bezeichnen ist und gewiss noch viele
Experimente vorgenommen werden müssen, um die erstrebte Wirkung
der Bodenschwingungen ganz zu erreichen, so ist doch schon durch die
Anregungen und Ausführungen des scharfsinnigen und äusserst begabten
Meisters in Buda-Fest Manches zum Vortheil der Instrumentenbaukunst
erreicht, deren Vertreter nicht vergessen dürfen, dass auch
nach den akustischen Theorien der Bau der Saiteninstrumente und die
vollkommene Elasticität ihres Resonanzbodens sehr regelmässigen Saitenschwingungen
ungemein günstig sind x ).
Von den beiden anderen Firmen, welche das Ehrendiplom
erhielten, neunen wir zuerst das Haus Streicher, welches zum Ruhm
der Wiener Clavierfabrikation schon zu Anfang des 19. Jahrhunderts
ungemein viel beigetragen hat. Der erste Besitzer war der Tochtermann
des alten verdienstvollen Stein. Interessant wurde jener Joh.
Andreas Streicher, welcher das Geschäft gründete, nicht allein
durch seine ausgezeichnete fachmännische Wirksamkeit, sondern auch
durch sein Freundschaftsverhältniss zu Schiller, dessen Biographie er
in Angriff nahm. Geboren 1761 zu Stuttgart, verheiiathete er sich
mit der tüchtigen Pianistin und Pianofortebauerin Rannette Stein
1794 und trat in deren vom Vater ererbten Fabrik später als thätiges
Mitglied ein, nachdem er früher hauptsächlich als Lehrer im Piauofortespiel
thätig gewesen war. Seinen Sohn, J. B. Streicher, liess
der Genannte trefflich erziehen, sendete ihn auf Reisen und übergab
ihm lange vor seinem Tode, der ihn 71 Jahre alt traf, die ganze Fabrik
zur selbstständigen Führung. Der jetzige Besitzer, Herr Emil Streicher,
welcher seinen Vater im Jahre 1871 durch den Tod verlor,
sucht mit regem Eifer und wärmstem Interesse die Errungenschaften
des Hauses festzuhalten. Natürlich liegt es in der Zeit, dass sich jetzt
die Fabrik mit der ihr im Jahre 1823 patentirteu Hammeranschlagmechanik
von oben, ferner mit dem 1829 erfundenen Patentflügel (mit
erhabener Tastatur) nach Art der alten Pantalonclaviere Schröter's,
endlich mit dem Octawenzug, welcher bei aufrechtstehenden Pianofortes
englischer Construction so anzubringen war, dass man vermittelst eines
Pedaltrittes jedem Tone seine höhere Üctave zufügen konnte, nicht
mehr beschäftigt, wohl aber stützt sie sich bei Anwendung ihrer Coni)
Vergl. Helmholtz, Lehre v. <1. Tonempflndungen. 2. Aufl. S. 145.