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Full text: Musikalische Instrumente, Wiener Weltausstellung Heft 12

Section I. Tasteninstrumente. 
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Fabrik gründete, sind mehr als 4600 Instrumente aus derselben her- 
Yorgegangen, und seit dem Jabre 1852, von welcher Zeit ab die jetzi 
gen Besitzer bis zum Jahre 1867 das Geschäft für ihre Mutter leiteten, 
hat sich die Firma stets bemüht, neue Errungenschaften für sich zu 
erwerben. Ausgezeichnet durch die goldene Medaille bei der W iener 
Ausstellung 1845, durch die erste Preismedaille im Jahre 18o ei 
der deutschen Industrieausstellung, durch die silberne Medaille 
1867 auf der Pariser Ausstellung und durch das Prädicat Hof Instru 
mentenbauer 1868, hat sich auch auf der Wiener Ausstellung 18,3 
diese Firma das E h r e n d i p 1 o m, mithin die höchste Auszeichnung erwor 
ben. Von den Ausstellungsinstrumenten der Firma nenne ich zuerst 
zwei Concertflügel, welche mit eisernem Stimmstock, Metallplatte, sechs 
Eisenspreizen, krenzsaitigem System, Agraffen, Klangstab und neuer 
Mechanik versehen sind. Diese Mechanik mit ununterbrochener Aus 
lösung nach Eck aus Cöln ist von Schweighof er’s Söhnen wesen tlic i 
verbessert worden, wozu nach Aussage der Pianofortefabrikbesitzer 
Carl Tausig die Veranlassung gegeben haben soll. Dieerbes- 
serung besteht in der Weglassung des an der Taste befindlichen Blei 
gewichtes und in der Anwendung einer Feder, so dass nach dem 
Schweighof er'sehen Arrangement die Mechanik folgende Bestand- 
theile aufweist: a. die Taste, b. den Stösser, c. das Repetitumsglied, 
d. die Stösserverlängerung, welche verbunden ist mit e. dem Hammer 
stiel, f. die Auslöser mit ihren Stellschrauben, g. die Regulirungsste - 
schraube des Repetitionsgliedes, h. den Fänger, i. die Capsel mit Stell 
schrauben für den Hammerstiel, k. das aufgelassene Bleigewicht, 1. die 
neue Feder, welche in einer Seidenschnur die überflüssige Schwere der 
Hammerköpfe aufhebt und gegenseitig ausgleicht. Durch jene Feder 
ist bei dieser Mechanik ermöglicht worden, dass jedes einzelne Glied 
derselben unabhängig bleibt und die Taste nicht in eine unruhige, so 
Zusagen tanzende Bewegung gerathen kann. Dieser Debelstand machte 
sich früher bei Anwendung der Eck’schen Mechanik bemerkbar bei 
welcher die vom oberen Hammergliede getrennte nach vorn uberfallende 
Taste keine gleichmässige Repetition verstattete; denn der Hammer 
kopf gelangte nur zu einer kurzen Steigung und die Taste selbst kehrte 
nicht schnell genug zu ihrem Ruhepunkt zuruck. 
Die in Rede stehenden Flügel haben einen nach dem neuen by- 
stem hergestellten, nach der Steglinie verleimten Resonanzboden des 
sen Rippen strahlenförmig laufen und im Discant mit den Holzfasern 
einen rechten Winkel bilden. . 
Der ausgestellte Stutzflügel kleinster Gattung, aus amerikanischem 
Nussmaser, welcher nur P38 in lang ist, hat bei kreuzsaitiger Con- 
struction fünf Eisenspreizen, Agraffen und Klangbalken. Das Innere 
desselben ist so eingerichtet, dass der Bodensteg des Discant unter dem 
Bassstege der gesponnenen Saiten liegt und mit diesem es vei mm
	        
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