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MAK

Full text : Musikalische Instrumente, Wiener Weltausstellung Heft 12

630

Gruppe  XY.  Musikalische  Instrumente.
dienste  daselbst  vermengt.  (Vergleiche  Alfred  Dörffel’s  vorzügliche
Ausgabe  der  Instrumentationslehre  von  Berlioz.)
b.  Die  Verdienstmedaille:
Baudot  für  seine  Anfertigung  des  Pianoquatuor,  eines  Instruments,
welches  bereits  als  Nachahmung  der  alten  Geigenclavieymbeln  erwähnt
wurde.
Das  eine  von  den  zwei  ausgestellten  Exemplaren  ist  mit  redoublement
  d’octaves  versehen.  Eine  mit  Colophonium  bestrichene,  durch
die  Eüsse  in  Bewegung  gesetzte  Walze  steht  in  Verbindung  mit  Pflanzenfaserbüscheln, ­
  Saiten  und  Mechanik;  sie  bringt  die  in  dreifacher  Stärke
construirten  Saiten  eines  Pianino  durch  Reibung  zum  Ertönen  und
zwar  in  den  verschiedensten  Stärkegraden.  Auch  das  Crescendo  und
Decrescendo  gehorcht  dem  Willen  des  Spielers,  so  dass  Werke  für
Streichinstrumente  auf  dem  Pianoquatuor  in  correcter  Form  zu  reproduciren
  sind.
Die  Construction  ist  genauer  angegeben  folgende:  In  einem
Pianinokasten  ist  ein  einchöriger  Bezug  von  sehr  starken  Stahlsaiten,  für
welche  ein  höherer  und  ein  niedrigerer  Steg  zum  Druck  auf  den  Resonanzboden ­
  angebracht  ist.  Die  Vibration  erhält  ihre  Fortpflanzung
durch  ein  Pflanzenfaserbüschel,  Tambico,  welches  von  einem  gebogenen
Stück  Fischbein  gegen  einen  wagerecht  liegenden  aus  hohlem  Eisen
gefertigten,  mit  Papier  überzogenen  und  mit  Colophonium  bestrichenen
Cylinder  in  Folge  des  Tastendruckes  gepresst  wird.  Jener  durch  Pedalvorrichtung ­
  in  Bewegung  gesetzte  Cylinder  streicht  vermittelst  des
Büschels  die  Saiten  und  zwar  je  nach  dem  Willen  des  Spielers  hauptsächlich ­
  durch  verschiedene  Pedalbehandlung  in  den  mannigfaltigsten
Stärkegraden  und  Nüancirungen.  Die  Taste  steht  mit  einem  Regelungsknopf, ­
  mit  einer  Leiste  und  Stellschraube  zur  Regelung  der  Fischbeinbewegungen ­
  und  mit  einer  Spiralfeder  zur  kraftvollen  Entwickelung
der  Fisehbeinthätigkeit  in  Verbindung  —  ein  Mechanismus,  der  früher
im  17.  Jahrhundert  noch  in  vollkommnerer  Gestalt  vorhanden  war,  wie
ich  bereits  in  meiner  Geschichte  des  Claviers  bei  Angabe  des  Geigenclavicymbels
  von  Hans  Hayden  nachgewiesen  habe.
1.  Amedee  Thibout  &  Co.  in  Paris:  ein  kleines  geradsaitiges
Pianino,  ein  kleines  geradsaitiges  Pianino  mit  Eisenplatte,  ein  mittelhohes ­
  halbsehrägsaitiges  Pianino  mit  Eisenplatte,  ein  mittelhohes  schrägsaitiges
  mit  Eisenplatte.
2.  Philippi  freres  in  Paris:  ein  geradsaitiger  Flügel  und  ein
schrägsaitiges  Pianino.
3.  Martin  in  Toulouse:  ein  halbschrägsaitiges  mittelhohes  Pianino
und  ein  hohes  halbschrägsaitiges  Pianino.
4.  Gherling  aine  in  Paris  (Mechaniken);  besteht  seit  1842,  be-
            
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