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Full text: Musikalische Instrumente, Wiener Weltausstellung Heft 12

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Gruppe XV. Musikalische Instrumente. 
gewendet, haben weniger gelitten, weil sie nicht nur das vollkom 
menste, sondern auch das Neueste den f r e m d e n Militärcapellen lieferten 
in der ersten Reihe solcher Fabriken steht C. F. Cerveny in König- 
gratz welcher nach seinem vom Bürgermeisteramte bestätigten Circu- 
are für die Jury in den letzten Jahren nach dem deutsch-französischen 
Kriege 66 Militärcapellen des Deutschen Reiches mit seinen Fa 
brikaten versehen hat und dessen neueste in Originalen vorliegende 
Zeugnisse seine bedeutenden Leistungen mit Recht hervorheben Cer 
veny hat aber auch schon im Jahre 1862 auf der Londoner Ausstellung 
seine Tüchtigkeit und seine charaktervolle Haltung dadurch bewiesen 
dass er, wie officielle Berichte für Oesterreich und den Deutschen Zoll 
verein bezeugen, Deutschland und Oesterreich vor der Jury gegenüber 
Frankreich und England die grössten und wirksamsten Dienste leistete, 
nachdem er der Aufforderung des Professor Pauer, Jurors für Oester 
reich und den Deutschen Zollverein, folgend, sämmtliche Metallblas 
instrumente Deutschlands nicht nur prüfungsfähig herstellte, sondern 
TT , dl %i e8ten ? er Ju, 'y vorlegte und vor dieser selbst producirte. 
uf der Wiener Ausstellung behaupteten seine Leistungen den ersten 
Rang, weshalb die Fabrikation desselben näher betrachtet werden soll. 
Schon nach dem zweiten Jahre seiner Niederlassung inKöniggrätz hat 
Cerveny 1. die Cornons in / für Platzmnsiken und Militärcapellen 
erfunden, welche sich heute noch beim leicht ansprechenden starken 
Horn ton ein Russland einer allgemeinen Verwendung erfreuen. 2. Coutra- 
basse in C und B (Erfindung vom Jahre 1845), die bis jetzt, trotz der 
Nachahmung in allen möglichen Formen auf der Londoner, Pariser 
und Wiener Ausstellung, in Oporto und Moskau, als die besten galten 
und sich bedeutenden Absatzes erfreuen. 3. Die Tonwechselmaschine 
vom Jahre 1846, welche nach Bedarf bei jedem Instrumente die Grund 
tonart nach Erforderniss von C auf B oder von F auf E,Es,B etc in 
einem Augenblicke wechselt, jede Absteckung von Bögen vermeidet 
und dem Spiele die möglichste Erleichterung bietet. Die Tonwechsel- 
maschiiie ist überdies jetzt so gebräuchlich, dass man dieselbe sogar 
hei der Mundharmonika anwendete. Auf der Wiener Ausstellung ist 
gerade dieses wichtige Moment allgemein zur Anerkennung gelangt. 
L Phonikon, ein Solo-Bariton-Instrument für geschlossene Räume 
(erfunden 1848), welches selbst bis Rio de Janeiro versendet wurde. 
5> Im Jahre 1853 verbesserte Cerveny die Waldhörner nach dem 
oben angeführten Cornon, um dieselben auch im Orchester vollständig 
ausnutzen zu können. In demselben Jahre vervollkommnete er 6. die 
Orchesterposaunen, welche von anderen nachgeahmt und mit beson 
deren Namen, z. B. „ Jericho “ -Posaunen, belegt worden sind. 7. Die voll 
ständige Umarbeitung in Röhren und Mechanik des früheren Tritoni 
kons als Contrafagott im Jahre 1856, welches heute noch in Kraft und 
Reinheit des Tones unübertroffen ist und in Oesterreich, Deutschland
	        
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