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Full text: Musikalische Instrumente, Wiener Weltausstellung Heft 12

654 Gruppe XV. Musikalische Instrumente. 
kannt. Dennoch unterliess Cerveny nicht, nach besseren Einrich 
tungen zu streben. Das Primhorn steht 
a. in f mit Tonwechsel nach es eine Octave höher als das bis 
herige Waldhorn in f- 
b. hat fast dieselbe Bauart, wie das gewöhnliche Horn, um den 
Gewohnheiten der Bläser Rechnung zu tragen; denn es kann gestopft 
und mit Hornmundstück geblasen werden; 
c. die Mittellage klingt ebenso wie die hohe Lage des gewöhn 
lichen Waldhornes; 
d. die Ansprache ist rein, correct und leicht und bewährt sich 
selbst beim schwächsten Bläser nicht nur im Legato, sondern auch 
im Staccato; 
e. es kann zum Spielen für die linke wie für die rechte Hand ge 
baut werden. Zwei Exemplare des Primhornes befanden sich auf der 
Wiener Ausstellung mit fünfjährigem k. k. Patente geschützt. 
2. Der Subcontrabass in F(Octave der /-Tuba), im Jahre 1845 von 
Cerveny erfunden, wurde sofort mit Contrabässen in F, Es, C com- 
pletirt, woraus in den Jahren 1849 und 1850 die sogenannten Helicons 
in C und B enstanden sind. Die Bässe sind jedoch nach Berichten 
über die Pariser Weltausstellung von 1855 die besten und gesuchtesten 
geblieben. Den Subcontrabass in F hat Cerveny in letzter Zeit der 
art verbessert, dass das Instrument mit nur drei Walzen oder Cylindern 
in gerader Tubaform oder um den Leibgewnnden, ohne jede Schwierig 
keit mit Erfolg verwendet werden kann. Es entwickelt eine grosse 
Tonkraft und lässt sich in allen Tonarten leicht regieren. Das erste 
Exemplar befand sich auf der Wiener Weltausstellung. 
3. Die Walzenmaschine. Das Erstlingsproduct dieser neuen 
Erfindung, an deren Ausführung seit dem Jahre 1846 gearbeitet wurde, 
ist als Ausstellungsobject mit fünfjährigem Patente versehen und an 
mehreren Instrumenten mit Glück angebracht. 
Die Vorzüge der Erfindung bestehen darin, dass a. die Maschine 
nicht wie die Cylinder aufwärts steht, sondern horizontal liegt, b. dass 
das innere Ventil in horizontaler Lage einer Welle gleich nach physi 
kalischen Grundsätzen weit beweglicher ist als in aufrechter Stellung; 
c. dass vor und hinter dem angebrachten Kugeltriebe noch ein fester 
Stützpunkt vorhanden ist, der eine Ablockerung des Ventils nicht zu 
lässt, wohl aber einen beständig correcten Sang desselben und somit 
auch die Dauerhaftigkeit der ganzen Maschine sichert. 
4. Die Cylindermaschine, nach dem Principe der vorerwähnten erfun 
denen Walzenmaschine construirt, ist als eine „Verbesserung“ mitk. k. 
Patente auf fünf Jahre versehen und zeichnet sich vor den gewöhnlichen 
Cylindern dadurch aus, dass nach dem angewendeten Princip die Oeff- 
nung und Schliessung der inneren Röhren auch fernerhin correct er-
	        
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