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Gruppe VII. Metall - Industrie.
C. V.Paillard in Paris, in zwei Etagen, die obere enthält den Feuer
schacht, ringsherum die geneigt liegenden Stähle, umschlossen mit
Blechklappen; die untere enthält einen Kasten zum Trocknen der noch
etwas feuchten Wäsche.
Die französischen Herde haben manches Charakteristische gegenüber
den deutschen und östereichischen Constructionen. Die ausgestellten
Exemplare sind alle in Tischform, Aufsatzherde scheinen demnach nicht
gefeitigt zu werden. Ferner besitzen die meisten Herde keine Feuer-
thür, der Brennstoff wird von oben eingeworfen. Diese Einrichtung
ist natürlich bloss für Kohlen o’der Koks anwendbar; sie hat den Yor-
theil, dass die Feuerung mehr in die Mitte des Herdes gerückt werden
kann, und dass nach vorn, wo der Zugang stattfindet, die Hitze nicht
zu sehr belästigt. Der zumeist angewendete etwas conische Feuertopf
bnngt noch den Nutzen, dass der Brennstoff sich gleichmässiger auf
den Rost vertheilt. Bei den bei uns üblichen langen schmalen Rosten,
die durch die Thüröffnung bedient werden, wird nur zu häufig der
Brennstoff vom angehäuft und hinten bleibt der Rost theilwaise unbe
deckt,^ wodurch eine mangelhafte Hitze entwickelt wird. Die Back
öfen sind in der Regel ziemlich gross. Einrichtungen zum Spiessbraten
finden sich an den meisten Herden. Ferner noch die Holzkohlenfeue
rung für Rösten von Beafsteak etc.
Schweiz. Aus der Schweiz waren einige bemerkenswerthe Herd-
constructionen zur Ausstellung gekommen. Weibel, Briquet & Co.
in Genf: ein grosser feiner Restaurationsherd für 400 Personen (zu
4000 fl.), 3 7m lang, l'C5 m breit, eigentlich ein Doppelherd mit be
sonderer Feuerung auf entgegengesetzten Seiten. Vorn und hinten
je zwei grosse Backöfen, darunter kleinere zum Warmstellen; rechts
und links Wasserschiffe, ein Wasserbad. Die Kochplatte sehr stark
im Guss (3 5 cm dick). Dieser sowie die weiterhin anzuführenden
grossen schweizer Restaurationsherde haben auf dem geschlossenen
Wasserschiff Kupferrohraufsätze, um das heisse Wasser in die Höhe
treiben zu können. J. A. Lehmann in Sargans: drei grosse Restau
rationsherde, flach, und fünf Familienherde; einer der letzteren besitzt
einen Aufsatz und eigenthümliche etwas complicirte Anordnung. In
dem Aufsatz befinden sich oben zwei Backöfen und unten ein Bügel
ofen mit besonderer Feuerung. Die Hauptfeuerung ist unmittelbar
neben dem Aufsatz angebracht; der Zug theilt sich links gleich nach
den beiden Backöfen, rechts unter der Kochplatte entlang über einen
weiteren Backofen nach dem an der anderen Herdseite angehängten
Wasserschiff. Ammann-Sei ler in Ermatingen: ein grosser, flacher
Restaurationsherd (1300 fl.). Feuerung in der Mitte, mit vier Bratöfen,
zwei Wasserschiffen, hinten noch zwei Gefachen zum Warmstellen und
zum Braten am Spiess.