Dritte Section.
Waffen, mit Ausnahme der Kriegs
waffen.
In der Einleitung zur Besprechung der Eisen- und Stahlwaaren
haben wir bereits des Umstandes Erwähnung gethan, dass das Pro
gramm der Generaldirection, wenn streng durchgeführt, zur Zerreis-
sung vieler Ausstellungen führen muss. Eine solche Zerreissung hat
nun auch hier stattgefunden, indem man Luxus-, Jagd- und blanke
Waffen von den Kriegswaffen trennte.
Die Gesichtspunkte zur Beurtheilung der beiden Waffenarten fal
len allerdings nur theilweise zusammen und wird z. B. künstlerische,
äussere Ausstattung bei Kriegswaffen nicht erwünscht sein, doch ge
hört manche solche Arbeit, wie z. B. die mit Gold und Silber tauschir-
ten Waffen des Orients, der ersten Section unserer Gruppe an und hat
dort bereits ihre Erwähnung gefunden.
Beachtenswerth ist bei diesem Gegenstände auch der Umstand,
dass Collectionen von Schuss- und blanken Waffen, wenn sie einiger-
maassen complet sein sollen, grosse Opfer an Zeit und Geld verlangen
und die Interressenten wollen die Erfahrung gemacht haben, dass die
damit verbundene Mühe in keinem Verhältniss zu dem dadurch erziel
ten Nutzen stehe.
Fabrikanten von einigem Ruf halten es zumeist für überflüssig,
sich durch solche Ausstellungen in weiteren Kreisen zu empfehlen, da
sie ohnedies nicht über Mangel an Beschäftigung zu klagen haben.
Bei der ziemlich engen Begrenztheit des Gebietes zeigt die Fabrika
tion auch in längeren Zeiträumen nicht wesentliche Fortschritte und
scheint insbesondere die Herstellung blanker Waffen bei den asiati
schen Völkern mindestens auf gleicher, wenn nicht auf höherer Stufe
zu stehen, als in Europa, was dafür sprechen dürfte, dass hier ein
wesentlicher Fortschritt sehr selten ist.
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