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Gruppe VII. Metall - Industrie.
Nur der Wilde behängt sich mit rohen Blechen oder Stücken, mit der
Zunahme der Cultur wächst die Sorgfalt, welche man der Bearbeitung
des Stoffes widmet. In naturgemässer Entwickelung verlangt unsere
Zeit an den Gegenständen, welche unsere Wohnung, unseren Tisch, unseren
Körper schmücken sollen, künstlerische, den Schönheitsgesetzen
entsprechende Form und technisch vollendete Arbeit.
Die Ansprüche, welche hier zu befriedigen sind, gehen oft sehr
weit auseinander und die Eigenartigkeit der verschiedenen Völker, ja
sogar der einzelner Stände fordert Berücksichtigung. So finden wir
in dem Gebotenen eine ausserordentliche Mannigfaltigkeit und besonders
charakterisiren sich Producte der mehr handwerksmässig betriebenen
und der Hausindustrie durch grössere Eigenart vor den Erzeugnissen
der Fabriksindustrie. Der Orient, in welchem letztere Art der
Production ganz fehlt oder nur schwach entwickelt ist, war in seinen,
auf tausendjähriger Tradition ruhenden Gold- und Silberarbeiten nur
schwach durch die Türkei, Persien, China und Japan vertreten, bedeutender
trat die Kunstfertigkeit Britisch Indiens hervor. Der Westen,
vorzugsweise Europas, glänzte sowohl durch Kunstwerke ersten Ranges,
wie durch die fabrikmässige Massenerzeugung gewöhnlicher Waare.
Amerika stellte nur von Brasilien Etwas zu dieser Section.
Abgesehen von der leicht erklärlichen Thatsache, dass die Metropolen
Europas, als die Hauptmärkte, auch die Hauptproductionsorte für
Gold- und Silberwaaren sind, weisen sich auch einzelne Länder geringerer
Grösse, wie Italien, Spanien, Dänemark, ja selbst kleinere Städte
wie Pforzheim, Hanau, Schwäbisch Gmünd, als Productionsorte von
Bedeutung aus. Insbesondere sind es ganz eigene Formen, Reminiscenzen
früherer Glanzperioden, die Arbeiten der genannten Länder
auszeichnend und die sehr bedeutende den Weltmarkt beherrschende
Quantität mittlerer und geringerer Waaren, in genannten Städten fabrikmässig
erzeugt, welche die Aufmerksamkeit fesselten. Es möge
gestattet sein, diese besonderen Erscheinungen etwas näher zu beleuchten.
Sie bieten sowohl in technischer wie in volkswirthschaftlicher
Beziehung ein besonderes Interesse dar.
In Italien sehen wir das Wiederaufleben der seit fast 2000 Jahren
verloren gegangenen technischen Behandlung des Goldschmuckes
durch die Bemühungen Castellani’s. Vor etwas mehr als 10 Jahren
begann derselbe mit der Nachbildung griechischer und römischer Goldschmucksachen,
welche aus Gräbern entnommen worden waren. Eine
kleine Sammlung solchen Schmuckes, von Castellani angelegt, welche
sich jetzt im South Kensington Museum in London befindet, machte
zuerst darauf aufmerksam, dass in diesen unbedeutenden Kleinigkeiten
dieselbe Anmuth, dieselbe Sorgfalt der Behandlung zu finden
sei und ein vernünftiges Formengesetz walte, wie in allen den