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Full text: Metall-Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 15

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Gruppe VII. Metall-Iudustrie. 
Richtung, sondern in der einer Seeante auf, so werden die Füttern 
schwach conisch nach der Mitte zu und heissen dann halbhohle Füttern. 
Ganz hohle sind mit halbkugeligen Stempeln schüsselartig ausgetiefte. 
Schlägt man mit gravirten Pumzen, so erhält man fagonnirte Füttern. 
Eine andere Art sind die sogenannten Foüoflittern, welche Sterne, 
Blätter u. s. w. darstellen, und aus ganz dünnem, versilbertem Kupfer 
blech, welches zuweilen ähnlich wie die Plätte gefärbt wird, mit 
Stempeln aus freier Hand geschlagen werden. 
In der Ausstellung von G. A. Beckh waren feine vergoldete, feine 
gelbe und ordinäre weisse Füttern vertreten, eine andere sehr voll 
ständige Collection der verschiedensten Arten Füttern und leonischer 
Stickereien fand sich in zwei grossen Tableaux der Collectivausstellung 
Nürnberger Spiel- und Kurzwaaren in Gruppe X. im Annex II., von 
W. W. Bauer in Nürnberg. Die fertigen Gespinnste und Gewebe 
waren in Gruppe V. ausgestellt und werden dort ihre Besprechung ge 
funden haben. Ausser Nürnberg sind besonders die Städte Weissen- 
burg und Treuchtüngen die Sitze dieser Industrie. 
Das verarbeitete Kupfer ist meistens russisches von den Pasch- 
koff’schen Werken im Gouvernement Ufa, wenig Tyroler Rosetten 
kupfer. Zum Vergolden der Drähte und Plätte werden ausser ge 
wöhnlichen galvanischen Batterien auch grosse Thermosäulen und die 
Gramme’sche Rotationsmaschine mit bestem Erfolg angewendet. Das 
versilberte Kupferblech zu den Folioflittern muss noch aus Paris be 
zogen werden, doch wird es hier gefärbt. 
Sehr feinen Kupferdraht, oft versilbert, wie er zum Ueberspinnen 
von Saiten gebraucht wird, liefern die konischen Drahtfabriken eben 
falls. Er fand sich ausserdem noch von F. C. Merkel in Nürnberg 
in der Gruppe XV. ausgestellt. 
Oesterreich-Ungarn. Beide Theile der Monarchie nehmen in 
der Kupferindustrie eine hervorragende Stelle ein und war, wie jeder 
Theil der Metallgewinnung und Verarbeitung, auch diese Branche auf 
der Ausstellung gut, ja glänzend vertreten. Collectivausstellungen 
und die von der Regierung veranstalteten Arrangements (Pavillon des 
k. k. Ackerbauministeriums) trugen das ihrige bei, die Leistungsfähig 
keit des Landes ins hellste Licht zu setzen. Besonders ist Ungarn 
reich an Kupfer, die Bezirke in Oberungarn, Kremnitz und Schemnitz, 
dann Siebenbürgen und das Banat, in Oesterreich Salzburg, Tyrol, 
Krain und die Bukowina. Ausser den grossartigen Ausstellungen der 
Werke in Iglo, Schmöllnitz, Balanbanya und anderen, welche im Be 
richt über Section I. ihre Würdigung gefunden haben, führen wir hier 
die Firma Ch. & H. Chaudoir in Siemering bei Wien an, welche ihre 
ausgezeichneten Bleche, Platten, Röhren, Kessel, Schalen u. s. w. in 
Kupfer und Messing im österreichischen Eisenhof aufgestellt hatte.
	        
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