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Full text : Metall-Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 15

Section  IY.  Waaren  aus  anderen  Metallen  etc.

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Wenn  es  erlaubt  ist,  nach  dem  zu  sehliessen,  was  bier  vor  Augen  war,
so  möchten  wir  sagen,  dass  dieses  Etablissement  den  grossen  englischen
und  französischen  Werken  kaum  nachstehen  dürfte.  Specielle  Angaben ­
  konnten  wir  leider  nicht  erhalten.
Würdig  reiht  sich  die  Actiengesellschaft  der  Metallfabrik
Oed  in  Niederösterreich,  Gebr.  Rosthorn,  mit  Kupfer-  und  Messingfabrikaten ­
  und  Joh.  Liebieg  &  Co.  in  Gutenstein,  Niederösterreich,  mit
Schmiedearbeiten  in  Kupfer  an.  Ganz  Besonderes  in  Kupferarbeiten,
namentlich  in  solchen  von  grossen  Dimensionen,  leisten  G.  Zugmayer
&  Söhne  in  Waldegg,  Niederösterreich,  deren  Ausstellung  das  Staunen
aller  Sachkenner  erregte  und  den  Fortschritt  in  dieser  Industrie  erkennen ­
  Hess.  Unter  Anderem  hatten  dieselben  eine  Kupferplatte  von
6  m  Länge,  3  m  Breite  und  2  cm  Dicke  ausgestellt.
Der  Igloer  Kupferhammer,  Paul  Szontagh  in  Csetnek,  Th.  Edl
&  Th.  Weiss  in  Paulenstein  bei  Pressburg  und  Samuel  Rötarides
in  Kronstadt  hatten  Anerkennenswerthes  in  Kesselschmiedearbeiten  geliefert. ­
  Mit  leonischen  Waaren  x )  war  die  leonische  Fabrik  der  Ahrner
Gewerkschaft  in  Schwaz,  Tyrol,  erschienen.
Die  übrigen  Länder,  welche  an  Kupfer  reich  sind,  Russland,
Schweden  und  Norwegen  hatten  Producte  daraus  in  ähnlicher  Weise,
wie  die  schon  genannten  bei  der  Montanindustrie  ausgestellt,  und  hat
deren  Besprechung  im  Bericht  darüber  stattgefunden.  Zur  VII.  Gruppe
gehörig  war  dabei  unter  anderem  ein  Theil  der  Ausstellung  der
Paschkoff’sehen  Werke  im  Gouvernement  Ufa.  Das  Kupfer  dieser
Werke  ist  wegen  seiner  vorzüglichen  Dehnbarkeit  besonders  zur  Fabrikation ­
  feiner  und  feinster  Drähte  geeignet,  welche  versilbert,  vergoldet
und  cementirt  zur  Fabrikation  der  leonischen  Waaren  *)  dienen.  Eine
sehr  interessante  Collection  solcher  leonischen  Waaren,  sowie  plattirter
und  deren  Rohmaterialien  war  hier  mit  ausgestellt,  doch  ist  uns  nicht
bekannt,  ob  dieselben  russisches  Fabrikat  waren.  Nach  den  Arbeiten
von  Wladimir  Alexejeff  in  Moskau  mit  diesem  Material,  Stickereien
mit  leonischen  Drähten  und  dergleichen,  welche  an  Vollendung  von
den  ähnlichen  deutschen  Artikeln  kaum  erreicht  werden,  zu  urtheilen,
könnte  es  wohl  der  Fall  sein.
Der  Verarbeitung  des  Kupfers,  wie  sie  in  China  und  Japan  stattfindet, ­
  werden  wir  bei  den  Bronzearbeiten  erwähnen.
Zinnwaaren.  Auch  dieser  Artikel  hat  in  einem  grossen  Theile
seines  Bestandes  durch  den  fast  allgemein  gewordenen  Gebrauch  der
Fayence  und  des  Porcellans  in  der  Küche  und  auf  der  Tafel  beträchtliche ­
  Einbusse  erlitten,  nur  sehr  wenige  vereinzelte  Stücke  zinnerner
Geräthe  finden  noch  Absatz.  Auch  in  den  Laboratorien  der  Apothe-J

 )  Siehe  oben  bei  Deutschland,  S.  334.
Wiener  Weltausstellung.  III.  2.

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