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Full text: Metall-Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 15

Section IV. Waaren aus anderen Metallen etc. 339 
Ausdruck zu geben, dass in diesem Gebrauche der Bleifolie eine straf 
bare Gewissenlosigkeit der Fabrikanten liegt. 
Eine ähnliche Gefahr bietet auch die Anwendung der fast aus 
reinem Blei gefertigten Flaschenkapseln, wenn dieselben längere Zeit, 
etwa bei schadhaftem Stöpsel, mit dem Inhalte der Flasche in Berüh 
rung kommen können. Diese Kapseln, in welchen ein immer zuneh 
mender Absatz stattfindet, werden meist auf der Drehbank über For 
men gedrückt. Allerdings hat man auch Maschinen für diesen Zweck 
construirt, doch scheinen sie noch nicht den nöthigen Grad von Voll 
kommenheit zu besitzen, um Vorzüge vor der einfachen Handarbeit zu 
haben. Nachdem die Kapsel die Form erhalten hat, wird zuweilen der 
Boden mit einer Pressung mit oder ohne Farben versehen und oft die 
ganze Kapsel mit farbigem Lack überzogen. 
Etwas abweichend sind die Tuben mit verschraubbarer Oeffnung, 
deren man sich zur Aufbewahrung von flüssigen Farben, Parfümen etc. 
bedient. Bei diesen ist der obere Theil, der Hals mit Schraubengewinde 
und der aufzuschraubende Deckel gegossen, nur der unten offene Tubus 
besteht aus Folie. Solche Tuben waren in sehr sauberer Ausführung 
von H. G. Sanders in London ausgestellt. Flaschenkapseln hatten 
Heinr. Schalk in Lissabon, Berolzheimer & Brandeis in Wil- 
hermsdorf bei Klentsch in Böhmen, Daniel Pohle in Wistritz bei 
Eichwald in Böhmen, Conrad Sachs in Eppstein in Nassau, J. A. 
Galette & Co. in Offenbach, F. Frenay & Co. in Nackenheim bei 
Mainz ausgestellt. 
Die schönsten und besten Beleg- und anderen Folien hatte die 
Actiengesellschaft für Glas-, Spiegel- und Zinnfolien 
fabrikation in Erlangen, ferner Craeiner & Co. in Nürnberg, 
Massiere und S. Lambert in Paris geliefert. Die Erlanger Fabrik 
hatte nur zwei Tafeln, aber von l'5m Breite und 3 und 4m Länge 
ausgestellt, Massiere und Lambert imponirten mit ihren gefärbten 
Zinn- und Kupferfolien (auf welche letztere wir bereits oben bei Er 
wähnung der deutschen Flitterfabrikation zu sprechen kamen) und den 
daraus gefertigten Füttern, welche unseren deutschen Fabrikanten noch 
als Muster dienen können. 
Eine ganz besondere Bedeutung hat das BritaniÜametall, eine 
Legirung von Zinn und Antimon mit etwas Kupfer, durch seine Ver 
wendbarkeit zu Tischgeräthen gewonnen. Gut vertreten waren solche 
Artikel von der schon mehrfach genannten Firma Conr. Sachs in 
Eppstein, von Em. Kolbenheyer in Wien sowie in versilberten, 
sehr sauber ciselirten und guillochirten Gegenständen von Gerhardi 
& Co. in Lüdenscheid. Die Fabrik verarbeitete 1871 400 Ctr. Zinn, 
15 Ctr. Antimon, 15 Ctr. Kupfer zu Waare im Werthe von 150 000Rmk. 
Basse & Fischer in Lüdenscheid verarbeiteten 1871 für 120000 Rink. 
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