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Gruppe VII. Metall-Industrie.
nennen. Vorzüglich war noch die Ausstellung yon Rud. Geburth
in Wien, ein grosser Brunnen von Zink, und die Galanteriewaaren von
Ludwig Faber daselbst. Genannte Firma excellirte auch durch
ihre galvanischen Vergoldungen, Versilberungen und Vernickelungen
auf Zink. Carl Diener & Co. in Wien hatten im Eisenhof schöne
Zinkornamente vorgeführt.
Bronzearbeiten. Während alle übrigen Metalle und Legirnn-
gen vorwiegend zu technischen Zwecken Anwendung finden und der
Kunst nur dann und wann als Material für ihre Schöpfungen dienen,
ist die Bronze seit uralter Zeit in weitaus grösstem Maasse dazu ver
wendet worden und dadurch gleichsam die aristokratische unter den
Legirungen der unedlen Metalle geworden.
In der That ist sie durch die Eigenschaft, die Formen beim Gies
sen aufs Genaueste zu füllen, welche sie allerdings mit dem Eisen
theilt, ein um so lieber zu Gussarbeiten verwendetes Metall, als sie an
Widerstandsfähigkeit gegen die Einflüsse der Atmosphäre jenes bei
weitem übertrifft, ja sogar durch dieselben erst ihre eigentliche Schön
heit, die Patinaoberfläche erhält. Ausserdem ist die Weichheit und
Ductilität der Mischung bei der nothwendigen lieberarbeitung des
Gussstückes, dem Ciseliren, vom grössten Werth. Zuweilen freilich ist
diese Eigenschaft die Klippe, an welcher ein Theil der Originalität
eines Kunstwerkes scheitert, indem die Hand des Ciseleurs mit Riffel
und Schaber mehr als nur die Oberfläche des Gussstückes entfernt und
eine bleibende Formveränderung bewirkt. Doch ist daran ja nicht die
Bronze Schuld und müssen wir uns so lange damit behelfen, bis die
Herstellung von Kunstwerken auf galvanoplastischem Wege so weit
fortgeschritten sein wird, dass sie das Giessen und Ciseliren derselben
unnöthig macht.
Wie die Technik der Bronzearbeiten jetzt steht, zeigte die Wiener
Weltausstellung aufs Klarste und werden wir wohl kaum einen Wider
spruch erfahren, wenn wir Frankreich als dasjenige Land bezeichnen,
in welchem die Bronzeindustrie die höchste Stufe erreicht hat. In
nachahmungswürdigster Weise gehen hier Kunst und Handwerk Hand
in Hand, ja es ist eine Kunstindustrie vorhanden, welche sich einer
seits weit in das Gebiet der höheren Kunst erstreckt und doch aufs
Engste mit dem Handwerk zusammenhängt. Alles was in das Bereich
gezogen werden kann, wird ergriffen und mit Virtuosität ausgebeutet.
Dabei fehlt es manchmal allerdings nicht an gewagten Sprüngen, an
Irrwegen, die zu seltsamen Resultaten führen, aber im Ganzen genom
men bietet das rührige Schaffen, die enorme Productivität ein erfreu
liches Bild.
Deutschland kann sich dem entfernt nicht an die Seite stellen.
Wohl haben wir einzelne Orte, an denen in dieser oder jener Richtung