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Full text: Metall-Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 15

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Section IV. Waaren aus anderen Metallen etc. 
Verdienstliches geleistet wird, wohl werden wir Namen nennen, die im 
Gebiete der plastischen Kunst einen guten Klang haben, wohl wird 
hier und da unermüdlich nach der Erreichung gleicher Vollendung der 
verschiedenen Arbeiten gestrebt, aber das ist nur eine kleine Schaar 
Auserwählter, welche zum Können auch das Wissen fügen. 
Oesterreich hat seit neuester Zeit bedeutende Fortschritte, wie 
fast überall, so auch hier gemacht. Künstler ersten Hanges haben, 
wie wir das schon oben bei Besprechung der Wiener Gold- und Silber- 
arheiten erwähnten, das Gewerbe durch ihre Entwürfe kunstgeweib- 
licher Arbeiten zu besserem Schaffen angeregt, aber abgesehen auch 
von dem fast gänzlichen Fehlen des Figürlichen ist die Wiener Bronze 
industrie bis jetzt nur einseitig entwickelt. 
Auch Russland widmet dem Bronzeguss jetzt mehr Aufmerksam 
keit und haben wir einzelne tüchtige Leistungen zu verzeichnen. 
Der Orient, vorzugsweise die ostindischen Provinzen, China 
und Japan, liefert uns Abendländern, wie in so vielen Zweigen der 
Industrie, besonders auch in der Zusammensetzung und Verarbeitung 
der Bronze, eine ganze Reihe nachahmungswürdiger Beispiele und sind 
dieselben von den Franzosen mit bekannter Rührigkeit studirt und be 
nutzt worden. 
Die wesentlichsten Fortschritte, welche wir im Allgemeinen zu 
constatiren haben, finden sich in der weit kühneren, freieren und ele 
ganteren Formgebung und in der sorgfältigeren Behandlung dei Obei- 
fläche, vorzüglich der Färbung derselben. In sehr vielen Fällen ist 
man zu der alten, schönen Kunst des Emaillirens gekommen und hat 
darin mit erstaunlicher Universalität Alles versucht, was uns das Alter 
thum an verschiedenen Techniken überliefert hat. In den meisten 
Fällen sind diese Versuche als recht gelungen zu bezeichnen. ^ Man 
ist nun dabei wieder nicht stehen geblieben, sondern hat die Email- 
lirung zum Selbstzweck werden lassen, so dass der Bronzegegenstand 
als Nebensache behandelt wird. Immerhin ist die Wiederaufnahme 
dieser farbigen Verzierung dem einfachen Vergolden mit glänzenden 
und matten Stellen bei weitem vorzuziehen und hat dadurch sogar die 
Bronze in Concurrenz mit den Edelmetallen, z. B. als Material für 
Tafelschmuck, treten können. 
Die Emaillirung von Edelmetall und die auf Kupfer ausgeführten 
Emaillen in Limousiner Art, und die orientalischen Emaillen auf dem 
selben Metall, die Malereien en grisaille haben wir schon bei der ersten 
Section dieser Gruppe besprochen, hier werden wir uns auf die Email 
len auf Bronze beschränken können. Wir wollen nun unseren Gang 
durch den Industriepalast wieder beginnen. 
England. In der englischen Abtheilung finden wir die Bronze 
nicht zu grossen Kunstwerken verarbeitet, sondern zu Gegenständen
	        
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