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Full text: Metall-Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 15

Section IV. Waaren aus anderen Metallen etc. 345 
gruppen, meisterhaft ciselirt, aber zum Theil mit sehr unschöner, gift 
grüner Patina stellten Pautrot & Vallon aus. 
Wir haben uns damit nur auf das Hervorragendste beschränkt. 
Italien leistet im Bronzeguss ganz Anerkennenswerthes, wenn die 
Gegenstände auch nur wenig original sind, sondern vorwiegend Re- 
productionen älterer Kunstwerke darstellen. Die Firma Michieli& Co. 
in Venedig hatte schöne Arbeiten geliefert, Luigi Udina brachte 
grosse Figuren und Candelaber, welche sauberen Guss und tüchtige 
Nacharbeitung zeigten. 
Dänemark weist C. Holm in Kopenhagen mit einem Amor nach 
Thorwaldsen und einer Walküre in sehr sauberem Guss auf. 
Deutschland. Die deutsche Giesskunst in Erz, einstmals auf so 
hoher Stufe, scheint, wenigstens auf der Wiener Weltausstellung schien 
es so, im Abnehmen zu sein. Qualitativ und quantitativ steht sie 
hinter der der bisher genannten Länder zurück. Die grosse Plastik 
in Bronze war durch zwei Namen gut vertreten, die vormals Gräflich 
Einsiedel’schen Werke in Lauchhammer und die Königliche Erz- 
giesserei in München unter ihrem tüchtigen Leiter v. Miller. 
Erstere Giesserei stellte die Statue Heinrich des Löwen vor dem Kaiser 
pavillon und drei Figuren aus, welche für das Denkmal Friedrich 
Wilhelm IV. nach Berlin bestimmt sind und von denen zwei in den 
Nischen zu beiden Seiten des Südportals, eine dritte im Annex II. 
ihren Platz fanden. Ueber den Umfang der Lauehhammer’schen 
Werke möge Folgendes Aufschluss geben. Lauchhammer, Gröditz, 
Burghammer und Riesa, vier Werke, einer Gesellschaft gehörig, be 
treiben Hochöfen, Giesserei, Walzwerk, Emailliren, Bronzeguss, Ma 
schinenbau, Achsenschmiede und Mühlen. Producirt wurde 1871 für 
3 306 465 Rmk. Waare fast ausschliesslich für den deutschen Markt 
und wurden 1989 Arbeiter, 23 Dampfmaschinen, 3 Dampfhämmer 
von zusammen 415, 15 Wasserräder von 104 Pferdekräften be- 
beschäftigt. 
Von der Königlichen Erzgiesserei in München war das 
von Prof. Zumbusch ausgestellte Standbild Sr. Majestät des Königs 
Maximilian II. von Bayern, hinter der Rotunde, zwischen dieser und 
der Maschinenhalle, ausgeführt. Allerdings waren nur einige der 
sitzenden Figuren des Postamentes in Bronze ausgeführt, während das 
Uebrige nur das bronzirte Gypsmodell war; diese Figuren zeigten sich 
aber von trefflichster Ausführung. Eine dritte Firma von Weltruf, 
Chr. Lenz vormals Burgschmiet in Nürnberg, war leider auf der 
Ausstellung nicht in hervorragender Weise vertreten. Die kleinen in 
ihrem Aeusseren ziemlich vernachlässigten Figurengruppen, welche
	        
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