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Gruppe VII, Metall-Industrie,
Persien. Wir haben schon oben bei der Besprechung der Goldund
Silberarbeiten dieses Landes auf den Reichthum der Formen und
Verzierungen hingewiesen, welche dessen althergebrachte, vererbte
Kunstfertigkeit uns liefert und sind nun zu einem abermaligen Beispiel
davon gekommen. Es ist dies eine Collection von allerhand Gefässen
in Bronze und Messing in durchweg schöner Form, mit Gold und Silber
tauschirt und mit Niello verziert, welche vom k. k. österreichischen
Museum für Kunst und Industrie in Wien angekauft wurde. Aehnliche
Gefässe sind auch in Britisch-Indien zu Hause und ebenso finden wir
sie in der Ausstellung vom Kaukasus, so dass durch dieselben der
bestimmende Einfluss Persiens in diesen Ländern nachweisbar erscheint,
China und Japan. Die Erzeugnisse beider Reiche hatten beim
oberflächlichen Betrachten manche Aehnlichkeit, doch zeigte sich die
Superiorität Japans bei genauer Vergleichung sofort. Das starre Festhalten
an den althergebrachten Formen und Arbeitsweisen, das Zehren
von der Erinnerung ohne eigene lebendige Schöpfungskraft lässt uns
im chinesischen Reiche einen absterbenden Körper erkennen, während
Japan, wo sich die Ueberwältigung der alten Traditionen durch
moderne Ideen nach langen, heftigen Kämpfen vollzogen hat, mit
jugendlicher Kraft in die Reihe der modernen Culturstaaten eintritt.
Freilich geht bei dieser Umwälzung Manches vom guten Alten mit
verloren, und der Austausch des Wissens und Könnens, wie er im
grossartigsten Maassstab durch den Welthandel ermöglicht wird, muss
jedenfalls vieles Charakteristische in den Erzeugnissen des Landes
vernichten, welches gerade deshalb werthvoll ist, weil es originell,
wenn auch unseren Schönheitsbegriffen nicht entsprechend war. Soll
man aber wünschen, dass z. B. die Anilinfarben nicht entdeckt worden
wären, da durch ihre Einführung im Orient einige wesentliche Schönheiten
orientalischer Textilarbeiten, ihre milden, satten Farben, zu verschwinden
scheinen? Diejenige Cultur, welche die entwickelteste ist,
wird die Herrschaft erwerben, auch die nnserige wird in ferner Zeit
die Beute anderer Völker werden, wie europäische Cultur die ostasiatische
erst durchdringt und dann vernichtet. Es spinnt sich eben
überall der Kampf ums Dasein fort.
Die Bronzearbeiten jener Länder sind vor der Hand wohl nicht
in Gefahr, durch unsere europäischen Fabrikate in den Schatten gestellt
zu werden, sie haben uns, wie schon mehrfach erwähnt, vielmehr
öfters zum nachahmungswerthen Vorbild gedient.
Man darf es geradezu aussprechen , dass gewisse Leistungen uns
bis jetzt noch unerreichbar sind und unser Staunen wird noch unsere
Beschämung vermehren, wenn wir die äusserst geringen Hilfsmittel,
die primitiven Werkzeuge betrachten, welche dem Arbeiter dienen.
Wie wenig leisten im Vergleich damit unsere Arbeiter mit unserem