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Full text: Metall-Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 15

Section IV. Waaren aus anderen Metallen etc. 351 
in Birmingham und Ratcliff & Tyler ebenda hatten fast ausschliess 
lich Gascandelaber und Lüster, welche jedoch hier als Belege aufge 
führt werden müssen. 
Frankreich. Wie schon oben erwähnt, ist dieses Land in der 
ausgedehnteren Verwendung des Messings vorangegangen und hat 
deshalb auf der Ausstellung besonders interessante Leistungen aufzu 
weisen. Die Anwendung von Bronze oder Tomback in Verbindung 
mit Messing giebt durch den Contrast der verschiedenen Farben der 
Legirungen schöne Wirkungen. Die Formen sind zuweilen etwas 
schnörkelhaft, da vorzugsweise Vorbilder aus dem 18. Jahrhundert 
benutzt werden. 
Grnill. Deniere in Paris zeichnet sich hier zunächst aus, beson 
ders durch ein grosses schön gearbeitetes Treppengeländer, zahlreiche 
Hand- und Armleuchter und dergleichen Geräthe für Haus- und Luxus 
bedarf. Ferner ist Henri Perrot zu nennen, Gagneau freres und 
noch mehrere, welche wir jedoch erst bei der Besprechung der Be 
leuchtungsgegenstände anführen werden. Wenn wir hier in richtiger 
Auffassung moderne Arbeiten nach den Vorbildern der Vergangenheit 
ausgeführt sehen, so"finden wir dagegen eine andere Auffassung bei 
den Messingarbeiten, welche 
Italien gebracht hat. Hier scheint es sich nicht bloss um An 
lehnung an ein antikes Vorbild zu handeln, sondern einfach um eine 
Reproduction, ein Copiren. Möglich, dass bei dem eminenten Nach 
ahmungstalent der Italiener dadurch etwas Erspriessliches erzielt wird, 
uns scheinen diese Arbeiten mehr für den Liebhaber von Alterthümern, 
welcher nicht in den Besitz von Originalen gelangen kann, zu passen, 
als dass wir sie als Einrichtungsgegenstände moderner Wohnräume 
uns denken können. Guss und Ueberarbeitung sind technisch vollen 
det, doch ist besonders letztere bei den Bronzearbeiten entschieden 
sorgfältiger als bei den Gegenständen aus Messing. Die besten solcher 
Arbeiten hatte Jos. Michieli in Venedig gebracht. 
Unendlich viel reichlicher haben wir die gewöhnlichen Messing- 
waaren gefunden. 
Messingene Hahnen für Wasserleitungerl fanden sich in sauberster 
Ausführung von Francisco Candido da Costa in Rio de Janeiro 
ausgestellt. 
England brillirte durch die schon erwähnten Grossindustriellen 
Winfield, Everitt, Allen & Son in Birmingham, welche ausser 
Kupfer- auch Messingröhren, Draht und Bleche ausgestellt hatten, 
und war besonders der Draht der letzten Firma bis zu den allerfein 
sten Nummern von vorzüglicher Beschaffenheit. Auch die Röhren und 
Platten der Broughton Copper Company in Manchester haben wir
	        
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