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Full text : Metall-Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 15

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Grnppe  VII.  Metall-Industrie.
Der  Umfang  der  Fabrikation  ist  sehr  bedeutend,  in  Fürth  sind
ganze  Gassen  ausschliesslich  von  Metallschlägern  bewohnt,  aus  jedem
Hause  tönt  das  tactmässige  Fallen  der  Hämmer.  Wir  zählen  151  Metallschlägereien ­
  mit  1  bis  10  Gehilfen  und  ebensovielen  Einlegerinnen,
22  Meister,  welche  echtes  Gold  und  Silber  schlagen,  und  17  bedeutendere ­
  Firmen,  für  welche  die  obengenannten  und  noch  andere  Meister
in  benachbarten  Städten  und  Dörfern  schlagen.
In  Nürnberg  finden  wir  sechs  bedeutendere  Firmen,  29  Metallschlägermeister ­
  und  42  Schlägereien  für  echtes  Gold  und  Silber.  Eine
dieser  letzteren  beschäftigt  bis  gegen  100  Arbeiter  in  und  ausser  dem
Hause.
Das  Walzen,  Zainen  und  Löthen  geschieht  meist  mit  Wasserkraft,
so  dass  die  grösseren  Geschäfte  an  drei,  vier  oder  mehr  Orten  in  Koth,
Schwabach  und  vielen  Dörfern  der  Umgegend,  wo  eben  Wasserkraft
ist,  ihre  Walzwerke  und  Hämmer  haben.  Das  Fertigmachen  dagegen
concentrirt  sich  auf  die  Städte  Nürnberg  und  Fürth.  Der  Gesammtumsatz
  in  diesem  Artikel  entzieht  sich  mangels  Angaben  seitens  der
Fabrikanten  jeder  Schätzung.  Für  den  deutschen  Katalog  der  Wiener
Weltausstellung  haben  einzelne  Firmen  ihre  Jahresproduction  in  Blattmetall ­
  (Legirung)  auf  32  000,  48  000,  260  000  Gulden,  in  Blattgold
(echtem)  auf  12  000,  130  000  und  200  000  Gulden  angegeben  und  verdienen ­
  diese  Zahlen  Vertrauen.  Gerade  die  bedeutendsten  Geschäfte
haben  aber  aus  naheliegenden  Gründen  jede  Angabe  abgelehnt.
Auf  die  Nebenproduete  von  dieser  Fabrikation,  die  abfallenden
Ränder  der  Metallblättchen,  die  zerrissenen  oder  sonstwie  verdorbenen
Blätter,  gründete  sich  nun  die  Bronzefarbenfabrikation.  Dieser  Abfall,
Schawin  oder  Schabin  genannt,  wurde  erst  Mitte  des  vorigen
Jahrhunderts  zur  Herstellung  von  Metallpulver  verwendet,  jetzt  reicht
er  schon  lange  nicht  mehr  aus,  so  dass  Metall  eigens  zu  Schabin  geschlagen ­
  wird,  um  das  Material  für  die  Bronzefarben  zu  haben.  Eine
ausführliche  Arbeit  über  diese  höchst  eigenthümliche  Fabrikation,  von
Rud.  Wagner,  findet  sich  im  Bayer.  Kunst-  und  Gewerbeblatt  1867,
Band  45,  Seite  491  ff.
Wir  wollen  uns  hier  nur  darauf  beschränken,  zu  bemerken,  dass
alle  anderen  Methoden,  Metalle  und  Legirungen  zu  pulverisiren,  keine
günstigen  Resultate  liefern,  weil  die  feinen  Staubtheilchen  niemals
Blattform  haben,  sondern  stets  eckige  oder  rundliche  Körner  sind.  Auf
der  Blattform  der  aus  Schabin  gewonnenen  Bronzefarben  beruht  aber
eben  der  schöne  haltbare  Glanz  derselben,  der  sich  auf  andere  Weise
bisher  noch  nicht  erreichen  liess.
Das  Pulvern  des  Schabins  erfolgt  auf  eigenthümlichen  Mühlen,  bei
welchen  eine  grosse  Anzahl  Stahlstifte  mit  abgerundeten  Köpfen  die
Blättchen  auf  einer  Stahlplatte  zerreissen.  Eine  gröbere  Sorte  Metallpulver,
  Broeat  genannt,  wird  durch  gewöhnliche  Stampfwerke,  deren

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