365
Section IV. Waaren aus anderen Metallen etc.
ganz, liier und da ist farbige Lackirung angebracht. Die Mehrzahl der
Gegenstände ist aus vergoldeter Bronze gefertigt, deren Färbung eine
brillante genannt werden muss. Die schon öfters genannte Firma
R. W. Winfield & Co., ferner Ratcliffe & Tyler, Charles J.
Phillip, Will. Blews & Sons und Best & Lloyd, sämmtlich in Bir
mingham, sind als die bedeutendsten Aussteller, deren Fabrikate sich
durch geschmackvolle, fleissige Ausführung hervorthaten, zu bezeichnen.
Neues in constructiver Hinsicht lag nicht vor, doch können wir uns
nicht versagen, auf die Sauberkeit und Accuratesse, welche namentlich
die einfachen, nicht ornamentirten, aus glatten Röhren bestehenden
Kronleuchter zeigten, hinzuweisen. Hier kommt dem geschickten Ar
beiter das vortreffliche Rohmaterial, die ausgezeichneten gezogenen
Röhren, zu Gute. Interessant ist auch der Umstand, dass diese Stücke
von den englischen Fabrikanten billiger geliefert werden können als
dies deutsche Fabriken im Stande sind.
Frankreich cultivirt neben der Herstellung von Gaslüstern und
Leuchtern besonders die Salonlampe für Petroleum. Hier treten nun
alle die echt französischen Capricen so recht selbstbewusst auf. Statuen,
Monumente, Vasen, antik und modern, Alles wird benutzt, um oben
darauf eine Lampe anzubringen. Man kann bei manchen Stücken die
Lampe entfernen und einen Blumenstrauss an ihre Stelle setzen, oder
den Untersatz an und für sich als Vase oder Statuette auf einen Tisch
oder Kamin zur Verzierung stellen.
Hier kann man die Frage aufwerfen, ob die Kunstindustrie so
weit gehen darf, ob wirklich bei einem solchen Stück die Lampe Neben
sache, der Fuss Hauptsache werden darf?
Abgesehen von der Berechtigung dieser Richtung wird technisch
und formell Eminentes geleistet. Besonders ausgezeichnet sind die
Geräthe aus Messing, brillanter allerdings die zahllosen, bei denen die
Hauptsache vergoldete Bronze ist.
Mit solchen Messingarbeiten, besonders Armleuchtern von vortreff
licher Form, dann reizenden Handleuchtern, haben wir nochmals
Gagneau freres und Henri Perrot zu nennen. Grosse Arbeiten
haben wir oben schon erwähnt (Deniere).
Aus der sehr grossen Zahl der übrigen Aussteller (denn fast alle,
welche Bronzearbeiten ausstellten, hatten auch Beleuchtungsgegenstände
dabei) wollen wir nur Schlossmacher & fils, Lacarriere freres,
Delatour & Co., Chabrie & Jean und Ernest Royer, alle in Paris,
nennnen.
Weit schöner und geschmackvoller als die Tischlampen sind ein
zelne Lüster, Hängelampen und dergleichen. Solche hatte in mauri
schem Stil, mit den emaillirten Gläsern von Brocard, die Träger von
vergoldeter Bronze, Victor Paillard ausgestellt, andere Jules Graux,