Section I. Gold- und Silberarbeit, Juwelierarbeit. 241
chen, Leuchter, Dolche u. s. w. aus Bidri, von Eisen, mit Gold und
Silber tauschirt. Diese Technik ist eine überaus elegante und geschmack
volle und dabei sehr häufig angewendete. Sie zeigt sich auch auf den
Prachtschilden und Luxuswaffen, den Beilen, Säbeln und Dolchen in
reichstem Maasse. Wir müssen uns auf Nennung dieser wenigen Bei
spiele beschränken und fügen nur noch hinzu, dass die Stücke sehr
rasch Liebhaber und Käufer, darunter besonders von Seiten der Mu
seen, fanden.
Verwandter Art durch arabischen Einfluss, auf das gemeinsame
Stammland hinweisend, sind die Arbeiten, welche
Spanien ausgestellt hat. Sie zeigen alle die gleiche Technik des
Incrustirens von Gold und Silber in Eisen oder auch Kupfer. Allen
voran gehen die beiden Zuloaga, Eusebio und Placido, aus Eibar
in der Provinz Guipuzcoa, würdige Söhne ihres begabten Vaters, mit
künstlerischem Verständniss die Intentionen desselben praktisch aus
führend. Ihre Tauschirarbeiten, Waffenstücke, Schilde, Dolche, Messer
und andere Waffen, Kästchen, Schalen und allerhand Schreibgeräth, in
den grösseren Stücken in Verbindung mit hochgetriebenen Figuren,
übertreffen entschieden ihre antiken Vorbilder. Eines der schönsten
Kästchen, vielleicht das schönste, fand denn auch wie vieles andere
seinen Weg in ein Museum für Kunstgewerbe.
An diese Beiden reihen sich mit ähnlichen Schöpfungen Tood.
Ybarzabal in Eibar, Soldevilla in Madrid undAlvarez in Toledo
an. Mit sehr schön ausgeführten Filigranen stellte sich F. G. Gomez
in Salamanca vor.
Portugal. Die Betheiligung Portugals an der Ausstellung war
eine so schwache, dass sie kein richtiges Bild des gegenwärtigen Zustan
des der Goldschmiedekunst liefern kann. Einige Photographien älterer
portugiesischer Arbeiten ausgenommen waren nur Filigrane in sehr
guter Ausführung und schöner Zeichnung, z. B. von Silveira in
Porto, vorhanden. Die zahlreichen kleinen Statuetten, Typen des
Volkes darstellend, zeigten Schmucksachen, welche jedoch zu klein wa
ren, um genauer beurtheilt zu werden.
Frankreich. Kein Land, welches auf der Ausstellung vertreten
war, hat die Kunst sich geltend zu machen so verstanden wie Frank
reich. Das eminente savoir faire war wieder einmal glänzend bethätigt.
Die ganze Ausstellung sprach mit deutlichen, echt französischen Zügen
aus: „Wir können Alles!“ Und das Zeugniss muss man ihnen beson
ders in der Metallindustrie geben, sie können wirklich Alles. Es ist
in der ganzen Welt keine Art der Behandlung, keine specielle Technik
zu finden, welche die Franzosen nicht eben so gut, oft noch besser,
Wiener Weltausstellung. III. 2.