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Full text: Metall-Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 15

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Gruppe VII. Metall - Industrie. 
ausführten. Sie machen die japanischen und chinesischen Emaux 
cloisonnes mit vollendeter Meisterschaft nach, sie übertreffen sogar ihre 
Vorbilder; sie tauschiren, incrustiren, treiben, giessen und ciseliren in 
allen Metallen, in allen Stilarten, sie haben die italienischen Filigrane 
und die Castellani’schen Goldschmucksachen versucht, sie machen den 
Sklaven von Michel - Angelo zum Laternenträger und zur Nippfigur! 
Technische Schwierigkeiten Überwinder! sie wie spielend, es scheint oft 
als oh sie sich absichtlich solche bereiteten, um dann in der Ueber- 
windung derselben ihre Meisterschaft zu documentiren. 
Wenn man dabei sagt, Frankreich thut das, so ist dies eigentlich 
unrichtig, es muss heissen Paris, es muss heissen Christofle undBar- 
bedienne, Emile Philippe und Boucheron! Wenn sie aber auch 
die Technik von Anderen lernen oder hier und da eine typische Form, 
ein charakteristisches Ornament entlehnen, es gestaltet sich doch Alles 
echt französisch. 
Diese ausserordentliche Kraft der Assimilirung verbunden mit 
Raschheit der Auffassung und Ausführung sichert der französischen 
Industrie ihren Vorrang noch auf einige Zeit hinaus. Jedenfalls hat 
sie bewiesen, dass sie seit 1867 Manches gelernt hat, und wenn sie 
sich auch noch nicht völlig von den alten Grundsätzen zu emancipiren 
vermag, so muss man bedenken, dass das gerade dem Franzosen am 
schwersten wird und muss berücksichtigen, was die Nation unterdess 
erlebt hat. Was sie brachte, übertraf die Erwartungen Aller, ebenso 
die Art wie sie es brachte. 
Fassen wir zunächst das Gebiet des eigentlichen Schmuckes ins 
Auge, so bieten uns die Firmen Rouvenat, Mellerio, Boucheron, 
Otterbourg die reichste Auswahl. Diamanten, Email, Perlen, selbst 
die glänzenden Käferflügel Brasiliens, Cameen, Korallen, alles ist vor 
handen. Freilich ist besonders bei Otterbourg und Melllerio auch 
wieder das naturalistische Element, die Rosen, die Blätter, die Schmetter 
linge und Vögelchen von Diamanten, stark vertreten. Daneben aber 
sehen wir die Cameen bei Bissinger und Guyetant, die antikisiren- 
den Schmucksachen bei Fontenay, wahre Kunststücke, wie eine Bon 
bonniere in durchbrochenem Golde, die Felder fensterartig mit durch 
sichtigem Email ausgefüllt, bei Boucheron, nicht zu vergessen der 
alles übertreffenden Emailmalereien ä la Limoges von A. Pottier, 
welche sich am treuesten an ihre antiken Vorbilder halten, und der rei 
zenden feinen Medaillons von Salleron und Manteau. In jedem 
Stil arbeitet besonders auch durch passende Verwendung des Email 
champleve auf Silber uud Bronze ausgezeichnet Emile Philippe und 
gleich ausgezeichnet, besonders durch Email auf Bijouteriegegenstände, 
Pavillet & Pavie. Ueberhaupt stechen die französischen Bijouterien 
durch ihren Reichthum an Farben vortheilhaft, besonders vor den eng 
lischen, hervor. Noch müssen wir lobenderwähnen, dass die Franzosen
	        
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