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Gruppe VII. Metall - Industrie.
C. M. Weishaupt Söhne durch ihre Dosen und Sehmucksachen aus.
Letztere Firma arbeitet mit mehr als 40 Arbeitern. Krug liefert
vortreffliche Medaillons in Emailmalerei. Ueber den Umfang und den
Charakter der Hanauer Industrie haben wir uns schon in der Einlei
tung ausgesprochen.
Es folgt die Collectivausstellung würtembergischer Gold- und
Silberwaarenfabrikanten mit 28 Theilnehmern , davon 17 aus Schwä-
bisch-Gmünd, 8 aus Stuttgart, je einer aus Esslingen, Heilbronn und
Schorndorf. Die Jury bewilligte vier Fortschrittsmedaillen und acht
Verdienstmedaillen, für die Uebrigen mit wenigen Ausnahmen Aner
kennungsdiplome. Auch der Charakter und Umfang der Industrie
von Schwäbisch-Gmünd ist in der Einleitung hinreichend gekennzeich
net, wir heben hier nur B. Ott & Co. mit Goldwaaren und Erhard
& Söhne mit galvanoplastischen Arbeiten grösseren Umfanges, Scha
len, Gelasse, Bilderrahmen, Uhrgehäuse u. s. w., hervor. Von den Stutt
garter Firmen nennen wir Mayer & Pleurer und Eduard Föhr als
mit guten Leistungen erschienen. Die Firma P. Bruckmann & Söhne
in Heilbronn arbeitet besonders in Bestecken und gewöhnlicher Handels-
waare. Sie verarbeitete im Jahre 1871 für mehr als 1 / 2 Mill. Gulden
Silber zu Waaren für 725 000 11. und beschäftigt circa 240 Arbeiter.
Wir kommen zur Pforzheimer Industrie, deren Geschichte wir in
der Einleitung gaben. Die Collectivausstellung der Pforzheimer Bijou
teriefabrikanten zählte 42 Firmen. Von diesen erhielten 7 Fortschritts
medaillen, 19 Verdienstmedaillen, 11 Anerkennungsdiplome.
Wir nennen besonders Bissinger & Co., welche mit feinen
Bijouteriewaaren und Ketten erschienen. Die Firma beschäftigt in zwei
Fabriken 228 Arbeiter. Gschwindt & Cö. hatten ebenfalls feinere
Schmuckwaaren gebracht, Otto Bussler Juwelierarbeiten. Die Ar
beiten von Carl Siebenpfeiffer sind ebenfalls hervorzuheben,
Witzemann hatte'vortreffliche Ketten, Medaillons und Knöpfe gelie
fert. In technischer Beziehung müssen wir des verschiedenfarbigen
Goldes und seiner Anwendung, z. B. von Siebenpfeiffer, erwähnen,
welches in dieser Weise nur noch bei einem russischen Aussteller zu
finden war. Daraus gefertigte kleine Bouquets sind von ausserordent
licher Feinheit und machen einen recht guten Eindruck. Nur diese
wenigen Namen seien, als die bedeutendsten, genannt und wollen wir
schliesslich noch die Emailmalereien Fendrich’s erwähnen. Dasganze
übrige Deutschland hatte im Gebiet der Schmuckwaarenfabrikation
nur noch Carl Frey & Söhne in Breslau mit geschmackvollen Arbei
ten aufzuweisen.
Besseres wird in Silberwaaren geleistet. D. Vollgold & Sohn,
H. Meyen & Sohn und Sy & Wagner, alle in Berlin, sind hier zu
nennen. Kunstkenner ersten Ranges tadeln an den Tafelaufsätzen, an
den Ehrengeschenken, wie sie z. B. die letztgenannte Firma ausgestellt