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Gruppe VII. Metall-Industrie.
sinn, im physikalischen und chemischen Verhalten. Die eigentliche
Versilberung, welche sich auf Hausgeräthe der mannigfaltigsten Art
erstreckt, wird gegenwärtig in einem ganz ausserordentlichen Maassstab
betrieben und ist industriell und commerciell jedenfalls die bedeutendste
Anwendung, welche die Galvanoplastik erfahren hat; das
in diesem Verfahren jährlich consumirte Silber beträgt mehrere Millionen
Thaler. Der Gebrauch silberner resp. versilberter Tafelgeräthe
greift immer mehr um sich, der verhältnissmässig geringe Preis derselben
macht die Verwendung des appetitlichen edlen Metalls auch
beschränkteren Mitteln möglich; gleichzeitig wird vieles brachliegende
todte Capital der massiven Geräthe in Freiheit gesetzt, nachdem sich
auch der Bemittelte von der Gleichwerthigkeit des mit einem nur
dünnen Ueberzug versehenen unedlen Metalls überzeugt hat. Die
bedeutendsten europäischen Firmen waren auf der Ausstelhmg erschienen
und würdig repräsentirt. Unter denselben haben wir wieder in
erster Linie zu nennen die Firma Christofle & Co. in Paris, mit
ihrer Filiale in Karlsruhe. Die Erzeugnisse derselben bestehen, wie bei
den meisten anderen ähnlichen Etablissements, aus: Löffeln, Gabeln,
Messern, Salzfässern, Huiliers, Kaffee-, Thee- und Milchkannen, Kaffeebrettern
und anderen Untersätzen, Flaschenstöpseln, Schüsseln, Tafelaufsätzen
der verschiedensten Art, Leuchtern, Lampenfüssen, Vasen,
Kesseln, Eiskühlern etc. etc. Seit einigen Jahren hat die Fabrik in
dem Sinne eine Veränderung mit ihrem Fabrikat getroffen, als sie
statt der ursprünglich gelblichen, messingartigen Grundmasse eine
weisse, neusilberartige anwendet. Nach Abnutzung des Silbers hebt
sich der Grund im letzteren Falle weniger ab und lässt sich das Geräth
noch längere Zeit ohne Störung fortgebrauchen; allerdings ist
die dann exponirte Untergrundfläche dem Angriff durch die Speisen
ausgesetzt und eine Vermengung der letzteren mit giftigen Kupfersalzen
nicht undenkbar. Dies war auch der Grund, warum Christofle
& Co. anfänglich die gelbe Legirung anwendeten, um dadurch gerade
auf die Blosslegung des Metalls aufmerksam zu machen und gewissermaassen
eine Neuversilberung zu erzwingen. Die Gefahr für die
Gesundheit ist jedoch unzweifelhaft sehr gering, die Absicht, wie man
sich vielfach an abgenutzten und doch noch im Gebrauch gebliebenen
Geräthen überzeugen kann, wurde nicht erreicht und so sah sich die
Fabrik in der Lage, dem Beispiel anderer Anstalten zu folgen, und
die Versilberung auf Neusilber vorzunehmen. Für die galvanisch versilberten
Neusilbergeräthe sind besondere Bezeichnungen üblich geworden:
in Berlin bezeichnet man dieselben als Alfenide, in Wien
als Alpacca oder Chinasilber.
Das nächst bedeutendste Etablissement auf dem Gebiete der galvanischen
Versilberung ist wohl die Fabrik von Elkington & Co. in
Birmingham; ihr Auftreten in Wien war ein durchaus grossartiges.