MAK

Full text: Metall-Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 15

Section I. Gold- und Silberarbeit, Juwelierarbeit. 273 
sich schwarz färbt, darauf gegeben wurde; eine darauf folgende Brou- 
zirung mit Bronzepulver kann einen recht täuschenden metallischen 
Lüster erzeugen, der nur im Freien keinen Bestand hat. Eine recht 
dauerhafte Bronzirung namentlich von Stücken, die viel in handlichen 
Gebrauch genommen werden, kann nur galvanisch hergestellt werden. 
Auch ist eine Versilberung oder Vergoldung von Feinguss nur galva 
nisch und nach vorausgegangener Verkupferung oder Vermessingung 
möglich. Die bedeutenderen Etablissements von Eisenkunstguss, wie 
z. B. E. G. Zimmer mann in Hanau, üben deshalb den galvanoplasti- 
schen Process in ihren Werkstätten umfangreich aus; durch Kupfernieder 
schlag vermag letzterer seinem Fabrikat, besonders Leuchtern, eine 
eigenthümliche Färbung zu geben, die aus rothen Kupferornamenten 
auf schwarzem Schwefelkupfergrund besteht. Das Bad, dessen man 
sich bei uns zum Verkupfern wie zum Vermessingen des Eisens bedient, 
ist das gleiche Cyankaliumbad wie bei Zink. Bei der Pariser Aus 
stellung 1867 war ein neues von Weil ersonnenes Verfahren bekannt 
geworden, nach welchem das Eisen durch Aufhängen an einem Zink 
draht und Eintauchen in eine Auflösung von Kupferoxyd in Seignette- 
salz und Aetznatron sich verkupferte; es ist nichts darüber bekannt 
geworden, wie weit dieses Verfahren sich bewährt hat und zur grös 
seren praktischen Anwendung gelangt ist. 
Ebenso ist über die Oudry’sche Verkupferung nichts Neues in 
die Oeffentlichkeit gelangt; nach dessen Methode wird das Gusseisen 
erst mit einem Menniganstrich versehen, dann dieser durch Graphit 
leitend gemacht und hierauf im gewöhnlichen galvanoplastischen Kupfer 
vitriolbad der Niederschlag bewirkt. Auf diese Weise sind vor eini 
gen Jahren alle Pariser Strassenlaternen stark verkupfert und dann 
bronzirt worden (das Stück fertig geliefert zu 200 Frcs., dem dritten 
Theil der Auslagen für echte Bronze). Für feinere Ausführungen eig 
net sich dies Verfahren natürlich nicht, da die verschiedenen Ueber- 
züge zu viel ausgleichen. 
Was die angewendeten Elektricitätserreger, die Batterien, anlangt, 
so dienen noch immer wesentlich die zwei Formen: die Bunsen’sehe 
Batterie mit innerer Kohle (Gasretortengraphit) und die einfache Bat 
terie Zink-Kupfer-Schwefelsäure. Die Daniell’sche Batterie hat nur 
in der Form des einfachen galvanoplastischen Kupferbades Verwendung 
gefunden, sowie als besonderer getrennter Elektricitätserreger in der 
Me idinger’sehen Modification, in welcher sie sich besonders zum 
Versilbern und Vergolden im Kleinen sowie für Herstellung des massi 
ven Eisenniederschlags eignet. In grossen galvanoplastischen Anstalten, 
wo in der Regel Maschinenkraft zur Verfügung steht, bedient man sich 
auch magnetelektrischer Maschinen zur Entwickelung der Elektricität 
und befreit sich dadurch von alle den Umständlichkeiten, Schmutz, 
Geruch, welche die Bedienung vieler Batterien im Gefolge hat. 
Wiener Weltausstellung. III. 2. 18
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.