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Full text: Metall-Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 15

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Gruppe VII. Metall - Industrie. 
namentlich des Spiegeleisens, in wenigen Jahren mehr gefördert als 
früher ein Jahrhundert. Durch die Auffindung der Möglichkeit, mit 
Brennmaterialien '), die vor Einführung der Gasfeuerung kaum einen 
Werth hatten, durch diese Temperaturen hervorzubringen, welche bis 
zur Grenze der Feuerfestigkeit unserer besteh Ofenmaterialien gehen, 
bleiben den Hochöfen die besseren ihnen unentbehrlichen Brennstoffe 
unverkürzt und werden sie dadurch in den Stand gesetzt, das immer 
steigendeBedürfniss an Roheisen zu decken. (Dorn.) 
>^u den wesentlichsten Fortschritten im Fache des Glessens der 
Metalle gehört die fast ausschliessliche Anwendung des Sandformens 
und die Erleichterung und Beschleunigung dieses Formens durch aller 
lei Vorrichtungen. Namentlich für den Guss von Maschinentheilen, 
welche häufig Vorkommen, wie Räder, besonders Zahnräder, hat man 
Maschinen erdacht, welche die mühsame und kostspielige Anwendung 
der Holzmodelle ersparen. 
Die ungeheure Bedeutung des Gusses in Eisen, besonders für den 
Maschinenbau, hat in der neueren Zeit noch an Umfang gewonnen 
durch die enorm vermehrte Anwendung gusseiserner Theile im Brücken- 
und Hochbau. Sehr ausgedehnt ist auch die Fabrikation gusseiserner 
Oefen, besonders seit man durch rationelle Anwendung des Füllregulir- 
systems die hauptsächlichsten Uebelstände der gewöhnlichen eisernen 
Oefen zu beseitigen verstanden hat. 
Der Kunstguss in Eisen ist für figürliche Gegenstände in den 80er 
Jahren des vorigen Jahrhunderts auf den Werken in Lauchhammer 
versucht worden, doch haben sich die sanguinischen Hoffnungen, welche 
man von dem Ersatz des Bronzegusses durch den Eisenguss besonders 
für monumentale Gegenstände gehegt hatte, nur zum Theil erfüllt. 
Ein Hauptübelstand des Eisens liegt in seiner leichten Oxydirbarkeit 
und der wenigstens bis jetzt noch vorhandenen Unmöglichkeit, das 
Metall anders als durch einen entstellenden Lack- oder Oelfarbanstrich 
zu schützen. Von Schott in Ilsenburg ist nach dieser Richtung hin 
Einiges versucht worden, wovon die Ausstellung Proben gab. 
Der Feinguss von Galanteriewaaren wurde zuerst von der könig 
lichen Eisengiesserei in Berlin, dann auf den Gleiwitzer Hütten in 
Oberschlesien betrieben. Seit den 40er Jahren zeichnet sich Ilsenburg 
und in neuerer Zeit Mägdesprung und Wasseralfingen darin aus. 
Schmiedbarer Guss wurde schon zu Anfang des 18. Jahrhunderts 
herzustellen versucht, doch ist erst seit der Einführung des zum Theil 
noch jetzt üblichen Verfahrens von Lucas, 1804, ein brauchbares 
Resultat erzielt. Seit den 30er Jahren wird in Frankreich, Deutsch 
land und Oesterreich viel und, wie wir sehen werden, mit gutem Erfolg 
1 ) Selbst mit bituminösen Schiefern, welche nur 12 Proc. organische Sub 
stanz enthalten (Württemb. Gewerbebl. 1873, Nr. 16).
	        
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