Section II. Eisen- und Stahlwaaren,
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auch heute noch nicht, ihren Erzeugnissen französische und englische
Etiquetten und andere Bezeichnungen zu geben! Vielleicht tragt ne
politische Stellung des Reiches künftig mehr als bisher dazu bei, das
deutsche Nationalgefühl und damit die Leistungsfähigkeit auch in die
ser Richtung zu erhöhen. , . ,
Gusseisenwaaren werden entweder direct vom Hochoien oder durch
Wiederumschmelzen des Roheisens in Cupolöfen erzeugt. In Deutsch
land , Oesterreich und Russland wird zumeist direct aus dem Hochofen
gegossen, während in England und Frankreich vorwiegend die zweite
Art Wen'n wJvon dem Guss von Maschinenteilen, als zu Gruppe XIII.
gehörig, völlig absehen, so bieten uns die im Industriepalast placirten
' Staaten, mit Ausnahme einiger Gitter in der englischen Abtheilung,
so wenig Bemerkenswerthes, dass wir uns sofort nach
Frankreich, begeben und die Firma Antoine Durenne in Som-
mevoire, Departement Haute Marne, nennen können welche mit ihren
Kunstgüssen fast unerreicht dasteht. Sämmtliche Stücke der reichen
Ausstellung dieser Firma in der Rotunde wie auch die grosse Fontaine
in der Mitte derselben zeigten technisch vollendete Arbeit. In etwas
koketter Weise war eine grosse Zahl derselben völlig roh, mit G*™-
nähten und Eingüssen aufgestellt, doch lassen wir uns eine, soche Ko
ketterie gern gefallen. Wahrhaft Bewundernswertes leistet die I irma
i» StatlgJL Ausser diese, hüben wir noch die he,den .n.ny.nen
Gesellschaften der Hochöfen und Giessereien von Marquiese, Depart -
ment Pas de Calais, und von Val d’Osne zu nennen, welche mit aus
gezeichneten Kunstgussarbeiten sich hervorthaten. Erstere Firma hatte
auch sehr schöne gegossene Röhren ausgestellt.
Deutschland. Nächst Frankreich war Deutschland am reichsten
mit Kunstgüssen vertreten, doch steht es, wie schon gesagt, in künst
lerischer Hinsicht hinter seinem Nachbar zurück. Es sind vorzugsweise
die Werke am Harz, in Sachsen, ein württembergisches und einige baye
rische, welche Nennenswerthes leisten, doch wäre drängend zu ™che n ,
dass man sich weniger mit Nachahmungen beschäftigen mochte o
der Hand herrscht noch die gewöhnliche Marktware vor, Grabgitter,
Kreuze in allerlei Stil, Thierköpfe, Gascandelaber Möbel in den bekann
ten Formen roher Baumzweige und dergleichen Unermüdlich vorwärts
arbeitet Ilsenburg, die Gräflich Stolberg-Wernige.rodische.Fac
torei und die Werke in Lauchhammer, welche, ebenso wie die Har
zer Hüttenwerke in Mägdesprung, besonders in kleineren Gegenständen
Vortreffliches leisten. Die Königliche Eisengießerei in Berlin,
das Königlich Württembergische Hüttenwerk Vassera
gen und die Königlich Bayerischen Hüttenwerke zu Ober-