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Volltext: Metall-Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 15

Section II. Eisen- und Stahlwaaren. 
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Der Anblick der Stotz’schen Ausstellung lässt andere auf der 
Ausstellung vertretene Bemühungen, verzierte Eisenarehitekturtheile 
durch Schmiedearbeit zu erzeugen, geradezu als Anachronismus erschei 
nen. Die Gitter in Schmiedeeisen , wie wir sie später noch genauer 
besprechen werden, ausschliesslich durch die Arbeit des Schmiedens 
herzustellen, kann zu einer Zeit als verdienstlich genannt worden sein, 
wo man dem Eisen eben nur mit dem Hammer Form zu geben ver 
stand, heut aber, in einer Zeit, wo durch die Verbindung der aller- 
zweckmässigsten Querschnitte von Walzeisen mit gegossenen und nach 
dem Tempern nach Belieben bearbeiteten, gebogenen, gewundenen, cise- 
lirten Eisenornamenten eine Dauerhaftigkeit und künstlerische Form 
vollendung erreicht werden kann, wie sie Schmiedearbeit nicht mehr 
hat oder nur in den besten Zeiten des Kunsthandwerks gehabt hat, 
verliert sie an Werth. (Dorn.) 
Wir können unsere Notizen über die Eisengusswaaren nicht schlies- 
sen, ohne mit einigen Worten jener eigenthümlichen gusseisernen Koch 
schalen zu gedenken, welche von China ausgestellt waren. Die ganz 
ausserordentliche Dünnheit dieser Schalen setzt in Erstaunen und ist 
die Herstellung derselben sowie deren Reparatur mit geschmolzenem 
"Elsen im Falle des Zerbrechens eines von den vielen Zeugnissen chine 
sischen Geschickes, von welchem die Ausstellung noch mehr Beweise bot. 
Schmiedearbeiten waren sowohl in kunstgewerblicher Art, wie 
als gewöhnliche Schlosser- und Schmiedearbeit sehr reichlich vertreten. 
Die bedeutendsten Arbeiten der ersten Richtung waren die schmiede 
eisernen Thore in der englischen Abtheilung von Barnard, Bishop 
& Barnard’s in Norwich, und der unvergleichliche Bau von Schmiede 
eisenornamenten in der französischen von Baudrit in Paris, welcher 
leider einen ziemlich abgelegenen Platz gefunden hatte. Italien hatte 
in Pasquale Franci in Siena einen Aussteller mit schönem Gitter und 
Laternenträgern nach alten Mustern. Von Deutschland nennen wir A. 
Fauser in Weimar. Oesterreich hatte verschiedene ausgezeichnete Ar 
beiten an den Gebäuden des Ausstellungsplatzes aufzuweisen, wie die 
Gitter zwischen den Treppenpfeilern der Rotunde, die Gitter am Kaiser- 
und Jurypavillon und die riesige Krone auf der Spitze der Rotunde. 
Wir nennen die Wiener Job. Gschmeidler, Albert Milde und Carl 
Tagleicht, ferner die bereits erwähnten Arbeiten in getriebenem 
Eisen von A. Bätsche in Wien. 
Andere solche, wie die spanischen von Zuloaga, sind schon be 
sprochen. 
Schlösser aller Art, und einbrueh- und feuersichere Geld- und 
Documentenschränke hatten in hervorragender Weise Frankreich und 
Oesterreich ausgestellt. Wir nennen die Westfield Lock Works 
in Westfield, N. Y., welche Vorhängeschlösser ausgestellt hatten, an denen
	        
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