Section II. Eisen- und Staiilwaaren.
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stark strahlen muss, wie wenn kein Mantel vorhanden wäre; theils
haben sie oben eine durchbrochene Gallerie, welche eine geringe Luft-
circulation ermöglicht. Der Feuercy linder steht fest und kann die
Bedienung wie bei dem Meidinger’schen Füllofen erfolgen, doch ist
unter dem umklappbaren Rost eine besondere Thür angebracht, um
daselbst bei Koksbrand das Feuer anzuzünden. Die Regulirung des
Feuers lässt sich nur mittelst einer Rauchrohrklappe vornehmen.
Wir haben noch zu erwähnen: einen grossen Mantelofen von
W. Hüss in Freiburg, bestehend aus einem conischen gusseisernen
Feuerkasten für Steinkohlenbrand mit darauf gesetztem Blechcylinder,
das Ganze umgeben von einem weit abstehenden Blechmantel; sodann
einen weiss emaillirten Ofen (unschön) mit besonderem Füllschacht, von
der Königlich Bayerschen General-Berg werks- und Salinen-
Adm inist rationObereichstädt; ferner einen gewöhnlichen Ofen, des
sen Feuerherd das Eigenthümliche besitzt, dass er aus einzelnen
Rippenschienen gebildet ist, von G. G. Schotterer in Speier; weiter
einen geschliffenen gusseisernen Füllofen mit besonderem Füllemsatz von
Adler & Panofsky, Paulshütte bei Sohrau (auch eine Collection
Feuerungsthüren für Thonöfen, solche waren in hübscher Auswahl, acht
in Messing, vier in Eisen, mit hermetischem Verschluss, auch von S. C oh n
& Sohn in Rawicz gebracht worden); endlich von dem Lüneburger
Eisenwerk den schön ausgeführten Durchschnitt eines Cordes’schen
Regulirfüllofens, bei welchem das Feuer in der Mitte aufsteigt, dann
in einen Ring niedergeht, während dazwischen und in einem Mantel
ausserhalb die Luft aufströmt.
Oesterreich. Dieses Land hatte lediglich von Thonöfen zahl
reiche Aussteller gesendet und zwar aus verschiedenen Landestheilen,
so dass man daraus den Schluss ziehen muss, dass eiserne Oefen bis
jetzt daselbst nur in geringem Grade Anwendung gefunden haben; es
hängt dies naturgemäss zusammen mit der Entwickelung der Eisen
industrie , namentlich der Herstellung des Roheisens im Allgemeinen.
Eine durch Zahl und mannigfache Formen hervorragende Ausstellung
in eisernen Oefen hatte nur die Direction der Hüttenwerke des Erz
herzogs Albrecht in Teschen gemacht. Von Einzelausstellungen
auf diesem Gebiet war diese dem Umfang nach überhaupt die bedeu
tendste auf der ganzen Ausstellung. Es fanden sich vor Apparate der
mannigfaltigsten Bestimmung und für jede Art Brennstoff: Gewöhn
liche Eremitageöfen, Säulenöfen, Regulirfüllöfen der mitteldeutschen
Construction, Rippenfüllöfen, namentlich heben wir hervor die Böhm’-
schen Mantelfüllöfen mit hermetischen Versehlussthüren der Feuer-
undAschenthür; der viereckige Mantel steht hier ziemlich ab von dem
inneren Ofen, ist unten und oben offen, so dass die Luft reichlich cir-
euliren und abkühlen kann, was zugleich für Ventilationszwecke för-