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Gruppe VII. Metall-Industrie.
derlich; der Füllschacht ist im Feuerherd mit Thon ausgekleidet, so
dass ein Glühendwerden desselben nicht eintreten kann; einer der
Oefen hatte einen besonderen Fülleinsatz. Diese Böhm’schen Oefen
sind ohne Zweifel rationell eingerichtet und gehören zu den besten
Constructionen der Ausstellung (über einen Böhm’schen Caloriferen
später).
Etwas Originelles auf Ofengebiet hatte noch F. Mandler in
Leitmeritz gebracht; zwei schwarz und bunt emaillirte Gussöfen,
die einen lebhaften, schillernden Glanz verbreiten. Der eine dieser
Oefen war ein gewöhnlicher Etagenofen, der andere ein Füllofen von
einer Form, wie sie zuerst von Jacobi in Sachsen bekannt wurde,
für Torf oder Braunkohlen bestimmt (in der Mitte ein freier, hoher,
viereckiger Füllschacht, rechts und links davon getrennt schmälere
Canäle für die aufsteigenden Feuergase). Das Emailliren von Guss
öfen ist seither nur in Frankreich ausgeübt worden (siehe später) und
es ist nur zu begrüssen, wenn das Verfahren auch in anderen Ländern
Nachahmung findet. Die Technik liess zwar im gegenwärtigen Falle
noch zu wünschen übrig; auch war das bunt Schillernde der Töne für
das Auge vielleicht zu viel, immerhin war der Gesammteindruck des
Fabrikats ein recht günstiger und ist nur zur Verfolgung der Sache
aufzumuntern.
Ueber die übrigen österreichischen Ofenaussteller ist nicht viel zu
bemerken. Fr. Karly & Co. in Wien hatten verschiedene gewöhn
liche Steinkohlenöfen in unschöner Form gebracht. R. Geburth in
Wien einige geradezu hässliche Oefen, viereckiger Kasten mit zwei
quadratischen Säulen darauf, noch dazu schlechter Guss; ausserdem
einige hohe runde Füllöfen in cannelirtem Blech, den unteren Theil
mit Thon ausgefüttert, bei einigen der Füllschacht zum Herausnehmen,
von ebenfalls ungefälligem Aussehen. F. Poduschka & Co. in Wien
hatten Oefen nach Meissner’scher Construction vorgeführt. J. A. C.
Krammer in Wien zeigte ein Füllöfchen aus Blech mit eingehängtem
oben herausnehmbaren conischen gusseisernen Füllschacht, der von zwei
Schraubonwindungen für Luftführung zwecklos umgeben war. Einige
Füllöfen mit besonderer Rosteinrichtung, der Schacht mit einem Gitter
umgeben, sowie Blechöfen für verschiedene Brennstoffe hatte M. Heimerl
in Wien ausgestellt. F. Plitzner in Wien hatte gleichfalls Blechfüll
öfen mit ausgemauertem Schacht gebracht. Endlich Jos. Du da in
Wien eine Feuerherdconstruction, bei welcher die Speiseluft vorgewärmt
unter den Rost gelangt, um bessere Verbrennung zu bewirken, was
bei starkem Feuer nur ein schnelles Durchbrennen des Rostes zur
Folge haben wird.
Aus Ungarn waren nur Seitens des Kronstädter Berg- und
Hütten-Actienvereins einige ordinäre Cylinderöfen eingesendet worden.