MAK

Full text: Metall-Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 15

300 
Gruppe VII. Metall-Industrie. 
derlich; der Füllschacht ist im Feuerherd mit Thon ausgekleidet, so 
dass ein Glühendwerden desselben nicht eintreten kann; einer der 
Oefen hatte einen besonderen Fülleinsatz. Diese Böhm’schen Oefen 
sind ohne Zweifel rationell eingerichtet und gehören zu den besten 
Constructionen der Ausstellung (über einen Böhm’schen Caloriferen 
später). 
Etwas Originelles auf Ofengebiet hatte noch F. Mandler in 
Leitmeritz gebracht; zwei schwarz und bunt emaillirte Gussöfen, 
die einen lebhaften, schillernden Glanz verbreiten. Der eine dieser 
Oefen war ein gewöhnlicher Etagenofen, der andere ein Füllofen von 
einer Form, wie sie zuerst von Jacobi in Sachsen bekannt wurde, 
für Torf oder Braunkohlen bestimmt (in der Mitte ein freier, hoher, 
viereckiger Füllschacht, rechts und links davon getrennt schmälere 
Canäle für die aufsteigenden Feuergase). Das Emailliren von Guss 
öfen ist seither nur in Frankreich ausgeübt worden (siehe später) und 
es ist nur zu begrüssen, wenn das Verfahren auch in anderen Ländern 
Nachahmung findet. Die Technik liess zwar im gegenwärtigen Falle 
noch zu wünschen übrig; auch war das bunt Schillernde der Töne für 
das Auge vielleicht zu viel, immerhin war der Gesammteindruck des 
Fabrikats ein recht günstiger und ist nur zur Verfolgung der Sache 
aufzumuntern. 
Ueber die übrigen österreichischen Ofenaussteller ist nicht viel zu 
bemerken. Fr. Karly & Co. in Wien hatten verschiedene gewöhn 
liche Steinkohlenöfen in unschöner Form gebracht. R. Geburth in 
Wien einige geradezu hässliche Oefen, viereckiger Kasten mit zwei 
quadratischen Säulen darauf, noch dazu schlechter Guss; ausserdem 
einige hohe runde Füllöfen in cannelirtem Blech, den unteren Theil 
mit Thon ausgefüttert, bei einigen der Füllschacht zum Herausnehmen, 
von ebenfalls ungefälligem Aussehen. F. Poduschka & Co. in Wien 
hatten Oefen nach Meissner’scher Construction vorgeführt. J. A. C. 
Krammer in Wien zeigte ein Füllöfchen aus Blech mit eingehängtem 
oben herausnehmbaren conischen gusseisernen Füllschacht, der von zwei 
Schraubonwindungen für Luftführung zwecklos umgeben war. Einige 
Füllöfen mit besonderer Rosteinrichtung, der Schacht mit einem Gitter 
umgeben, sowie Blechöfen für verschiedene Brennstoffe hatte M. Heimerl 
in Wien ausgestellt. F. Plitzner in Wien hatte gleichfalls Blechfüll 
öfen mit ausgemauertem Schacht gebracht. Endlich Jos. Du da in 
Wien eine Feuerherdconstruction, bei welcher die Speiseluft vorgewärmt 
unter den Rost gelangt, um bessere Verbrennung zu bewirken, was 
bei starkem Feuer nur ein schnelles Durchbrennen des Rostes zur 
Folge haben wird. 
Aus Ungarn waren nur Seitens des Kronstädter Berg- und 
Hütten-Actienvereins einige ordinäre Cylinderöfen eingesendet worden.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.