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Full text: Metall-Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 15

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Gruppe VII. Metall - Industrie. 
II. Centralheizapparate. 
Centralheizungen, mittelst deren ganze Gebäude von einer einzi 
gen tiefer gelegenen Stelle zugleich erwärmt werden, kommen immer mehr 
in Aufnahme, für Einzel-Privathäuser sowohl wie namentlich für grös 
sere Gebäude als Kirchen, Schulen, Gefängnisse, Versammlungslocale, 
Theater etc. etc. Die Anlage derartiger Einrichtungen hat sich zu 
einem besondern Geschäftszweig bereits ausgehildet und es giebt Fa 
brikanten, welche sich auf die Pflege einer bestimmten Specialität ge 
worfen haben, wie solche, die die verschiedenen Richtungen je nach den 
Umständen cultiviren. Die Wiener Weltausstellung führte verschie 
dene diesem Zwecke bestimmte Heizapparate vor, namentlich eiserne 
Oefen. Einzelne der früher genannten Ofenfabrikanten fertigen auch 
Centralöfen. Wir wollen erst der Reihe nach die ansgestellten Luftheiz 
öfen besprechen und dann die Dampf- und Wasserapparate. 
J. II. Reinhardt in Würzburg hatte zwei verschiedene Systeme 
von Caloriferen aufgestellt. Der eine, Plattenapparat, hat einen run 
den , im Herde ausgemauerten, nach oben sich etwas verjüngenden 
Feuerkasten von etwa 2 m Höhe, rechts und links davon befinden sich 
je zwei aus nahe gerückten cannelirten Platten bestehende breite Ca 
näle, die oben durch ein Rohr mit dem Feuerkasten verbunden sind, 
und unten in einen viereckigen Gusskasten münden; die beiden letzte 
ren rechts und links stehen hinter dem Feuerkasten mit dem aufstei 
genden Rauchrohre in Verbindung. Der Weg, den das Feuer nimmt, 
ist damit vorgezeichnet. Es ist hier zweifellos viel Heizfläche in klei 
nen Raum gebracht und sind grosse Querschnittscanäle für die Feuer 
gase angeordnet, so dass letztere sich langsam unter reichlicher Wärme 
abgabe bewegen können, der ganze Apparat ist von einer Mauerung 
umgehen und sind darin die Putzthürchen für die Feuercanäle ange 
bracht, so dass Asche oder Russ nicht in die Luftcanäle gelangen kön 
nen , eine sehr wichtige Anordnung, indem der Staub sonst in die 
Wohnräume mit der erwärmten Luft zieht. Die ganze Anordnung ist 
sehr rationell, ökonomisch wirksam und hat sich in verschiedenen dem 
Verfasser bekannten Fällen bestens bewährt; gleichwohl kommt es vor, 
dass in Folge von im Laufe der Zeit entstehenden Undichtheiten 
an den Verbindungen etwas Rauch in die Luftcanäle zieht. Rein 
hardt hat deshalb noch einen zweiten Calorifere gebaut, welchen er 
„rauchunmöglichen“ nennt, 
Wie derselbe in Wien ausgestellt war, zeigte er folgende Anord 
nung. Von einem unten ausgemauerten viereckigen hohen Feuer kästen 
zweigen sich oben nach vorn und nach hinten je zwei circa 25 cm 
weite Rohre ab, die dann rechts und links vom Feuerkasten zickzack-
	        
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