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Gruppe VII. Metall - Industrie.
halb des Luftraums vorgenommen werden. Es lässt sich erwarten, dass
solche Apparate viel Staub undRuss in die Wohnräume senden werden.
Weibel, Briquet & Co. in Genf hatten eine sehr originelle
Construction eines grossen Caloriferen ausgestellt. Derselbe besteht
aus einem 2 m hohen, je 1'3 m breiten und tiefen Kasten aus stark
cannelirtem Blech (die Ausbuchtungen sind etwa 10 cm tief bei 10 cm
Abstand); bloss die Bodenfläche ist glatt. Dahinein ist die Feuerung
isolirt von den Wänden aufgemauert, die Mauer ist etwa 90 cm lang,
ebenso hoch und 65 cm breit, der Abstand von den Wänden beträgt
17 cm, vom Boden für den Aschenkasten 32 cm. Von der Decke bleibt
die Mauerwand 50 cm abstehen. Das Feuer steigt zwischen den Mauer
wänden aufwärts, verbreitet sich in dem Kasten und zieht zwischen
Mauer und Blechwand abwärts, um hinten durch zwei Oeflhtmgen in
ein einziges Rauchrohr zu entweichen. Der Apparat steht unten frei,
so dass auch die Bodenfläche als Heizfläche wirkt. Die Reinigung
erfolgt durch Einsteigen in das Innere. Es lässt sich erwarten, dass
dieser Apparat nie übermässig heiss oder glühend wird, da sich die
Feuergase in einem grossen Raum sofort vertheilen und glühende Koh
len nicht an das Eisen gelangen. Ob die Verbindung der Blechstücke
auf die Dauer hinreichend dicht bleibt, um keinen Rauch entweichen
zu lassen, was in anderen Fällen nicht gelungen ist, lässt sich nicht
voraussehen. Ebenso lässt sich über den Nutzeffect nichts Bestimmtes
sagen. Der Kasten wird muthmaasslich in ziemlich gleicher Hitze
stehen und dann dürften die Feuergase wohl noch mit hoher Tempe
ratur abziehen. Die Heizfläche des Apparats ist übrigens 33 qm, somit
beträchtlich.
Boutier & C o. in Lyon hatten zwei circa 1'2 m hohe in einem
Stück gegossene Rippenöfen mit Füllthür oben als Centralfüllöfen
ausgestellt; dieselben besitzen über dem Rost noch eine Thür zum
Schüren und Herausnehmen der Schlacken. Unten ist eine Rinne
angebracht, in welcher Wasser verdampft. Die Anordnung ist im Gan
zen die gleiche, wie sie in Paris 1867 als englisches System Gurney
bekannt geworden ist.
Endlich ist noch eines Caloriferen von F. San Galli in St. Peters
burg Erwähnung zu thun. Bei demselben erheben sich über der Feue
rung viel' nebeneinander stehende etwa meterhohe Rohre, die mit zahl
reichen dünnen und breiten Rippen versehen sind. Der Guss an die
sen Rippenröhren war bemerkenswerth fein.
Die ausgestellten Caloriferen haben, wie sich aus der kurzen
Schilderung ergiebt, der Mehrzahl nach die Anordnung mit einander
gemein, dass von dem Feuerherd die Gase in einem weiten Schacht
erst aufwärts ziehen, um dann in einem Röhrensystem niederzugehen
und unten in das Rauchrohr zu treten. Diese Anordnung ist wohl im
Allgemeinen auch die angemessenste, da man dabei viel Heizfläche bei