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Full text : Metall-Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 15

Section  II.  Eisen-  und  Stahlwaaren.

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den  Aufenthalt  in  nächster  Nähe  unbehaglich  zu  machen,  suchte  man
bald  durch  Schirme  oder  vielmehr  ringsum  geschlossene  Mäntel  abzuhelfen. ­
  Die  Mäntel  erfüllen  nur  dann  ihren  Zweck  vollkommen,  wenn  sie
unten  und  oben  offen  sind  und  dann  noch  um  so  mehr  je  weiter  sie  sind.
Auf  manchen  Bahnen  wurden  die  in  den  Wagen  dritter  Classe  aufgestellten ­
  Oefen  mit  bis  zum  Boden  herabgehenden  nur  oben  offenen
Mänteln  versehen,  die  übrigens  sehr  weit  sind.  Dieselben  können  nur
ungenügend  wirken,  da  in  ihnen  keine  Luftströmung  sich  bilden  kann;
die  dazwischen  befindliche  Luft  geht  zwar  auch  in  die  Hohe,
aber  nur  verhältnissmässig  langsam  durch  Diffusion,  indem  kalte
Luft  von  oben  dazwischen  niedersinkt.  Der  Mantel  würde  stärker ­
  abgekühlt  werden,  wenn  er  etwa  10  cm  vom  Boden  endigte.  Ausser
dass  man  nun  einfache  eiserne  Oefen  für  gewöhnlichen  Stemkohlenbraud
verwendete,  bediente  man  sich  auch  der  Füllöfen.  DerMeidinger  sehe
Füllofen  in  einer  besondern  niedrigen  Ausführung  wurde  mehrfach  als
ein  ganz  geeigneter  Waggonofjm  gefunden.  Ein  recht  zweckmassig
eingerichteter  Waggonofen  war  von  Lilpop,  Rau  &  Co.  in  Warschau
zur  Ausstellung  eingesendet  worden.  Derselbe  bestand  aus  einem  mit
breiten  Rippen  versehenen  Cylinder,  der  von  einem  ziemlich  abstehenden
unten  und  oben  offenen  Mantel  umgeben  war.  Das  Rauchrohr  stieg
von  dem  Deckel  des  Cylinders  gerade  in  die  Höhe,  so  dass  sich  also
kein  Knie  vorfand.  Die  Feuerthür  befand  sich  in  der  Mitte  des  Lylinders
  der  Rost  etwas  schachtförmig  vertieft,  so  dass  eine  grossere,  für
mehrere  Stunden  reichende  Menge  Kohlen  oder  Koks  eingeführt  werden ­
  konnte.  Der  Guss  des  Ofens  war  bemerkenswerth  schon.  .
Weitere  Versuche  wurden  inzwischen  gemacht,  durch  Anbringung
des  Feuerkastens  unter  dem  Fussboden  eine  gleichförmigere  Erwärmung, ­
  verbunden  zugleich  mit  Ventilation,  zu  erzielen
Da  hierüber  jedoch  bis  jetzt  nichts  in  die  Oeffenthchkeit  gelangt
ist,  kann  hier  nicht  näher  auf  die  Einrichtung  eingegangen  werden.
Die  unseres  Wissens  von  Berghausen  in  Coln  gemachte  Erfindung
der  chemischen  Glühkohle  (präparirt  aus  Holzkohlenpulver,  Salpeter
und  Gummi  als  Bindemittel),  welche  die  Eigenschaft  besitzt  an  einer
Spitze  angezündet,  langsam  fortzuglimmen,  erwies  sich  als  treffliches
Hilfsmittel  der  Waggonheizung  und  sind  auf  verschiedenen  Bahnen
Versuche  mit  dieser  Heizung  im  Gange.  Hierbei  wird  m  ein  kupfernes ­
  Rohr  unter  den  Sitzbänken  ein  Stück  angezündeter  Kohle  von  aussen ­
  eingeschoben;  das  Rohr  setzt  sich  am  einen  Ende  in  ein  kleines
über  Dach  führendes  Röhrchen  zum  Abziehen  der  Verbrennungsgase
fort;  je  nachdem  man  das  Luftzuführungsrohr  mehr  oder  weniger
schliesst,  brennt  die  Kohle  verschieden  rasch  ab  und  lasst  sich  die
Temperatur  im  Coupe  reguliren.  Indem  die  Hitze  hierbei  von  unten
kommt,  wird  die  Erwärmung  des  Raumes  eine  sehr  gleichförmige.  Leider ­
  steht  der  hohe  Preis  der  Kohle,  12  bis  15  Rmk.  pr.Centner,  einer
            
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