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Gruppe III. Chemische Industrie.
ansehen lässt. Mort & Nicolle arbeiten nämlich in ihrer Maschine
mit einer Luftpumpe, unterstützen dieselbe in ihrer Wirkung jedoch
zugleich durch die Absorption. Als Kälte erzeugendes Mittel wird
nicht verflüssigtes Ammoniak angewendet, sondern wässriges Ammoniak,
ein concentrirter Salmiakgeist. Das Ammoniak bleibt in dem Wasser
nur bei dem Druck gelöst, unter welchem dasselbe gesättigt wurde, es
entweicht in dem Verhältnisse als der Druck vermindert wird; dabei
muss sich nun die Flüssigkeit abkühlen, genau in demselben Grade, wie
bei der Verdunstung des flüssigen reinen Ammoniaks. Diese Druckverminderung
bewirken Mort & Nicolle durch die Luftpumpe. Das
entzogene Ammoniak wird beim Rückgang des Kolbens verdichtet und
mit einer entsprechenden Menge der dem Verdunstungsbehälter gleichfalls
entzogenen verdünnten Flüssigkeit zusammen durch einen Kühler
gedrückt, wobei wiederum Absorption stattfindet. Es wird bei dieser
Anordnung weniger Arbeitskraft erfordert als bei der rein mechanischen
Veidichtung. Es ist zu erwarten, dass diese Ammoniakmaschine eine
grössere Nutzleistung geben wird, als die Aethermaschine, die der
Carre sehen Maschine kann sie jedoch nicht erreichen. Nähere Angaben
als die kurze Beschreibung liegen bis jetzt nicht vor. Die Maschine
arbeitet bei niederem Druck wie die Aethermaschine und muss
wie diese vor dem Eindringen der Luft sorgsamst geschützt werden;
eine Explosionsgefahr ist von der Maschine selbst entfernt und auf den
Kessel des Motors übertragen.
Ende des Jahres 1870 haben sich übrigens Mort & Nicolle eine
neue Ammoniakmaschine patentiren lassen, von der uns bis jetzt nur
die englische Patentbeschreibung vorliegt. Dieselbe wird als Niederdruck-Eismaschine
bezeichnet und kommt im Princip ziemlich auf die Carre’-sche
Maschine hinaus; die Luftpumpe ist weggelassen. Sie unterscheidet
sich von letzterer Maschine darin, dass nicht flüssiges wasserfreies
Ammoniak erzeugt wird und verdunstet, sondern eine stark concentrirte
wässrige Lösung, welche natürlich eines viel geringeren Kesseldruckes
(stärkster Druck des verdampfenden Ammoniaks etwa 2 Atmosphären,
bei Wasserdampfheizung von 107° C.) bedarf, aber auch bei der Verdunstung
eine weniger starke Temperaturerniedrigung bewirkt. Die
Anordnung ist derart getroffen, dass die in den Eisbildner oben einströmende
Ammoniakflüssigkeit über horizontal liegende Einstülpungen
langsam niederfliessend allmälig ihr Ammoniak verliert und unten nur
noch massig concentrirt anlangend, mittelst einer Pumpe ausgezogen
wird und in einem besonderen Gefäss das aus dem Kessel durch die
Hitze vertriebene Ammoniak absorbirt, worauf die so wieder stark
concentrirte Lösung in den Eisbildner zurückgepumpt wird. Die aus dem
Kessel unten abziehende fast rein wässerige Flüssigkeit dient wie bei
Larre zur Absorption des im Eisbildner verdunstenden Ammoniaks und
wird durch eine zweite Pumpe in den Kessel zurückgeschafft. Als eigen-