Chlor, Brom, Jod, Fluor.
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Das mitgetheilte Verfahren der Regeneration der Manganrückstände
hat noch einen Mangel. Es wird nämlich ein Theil der aufgewendeten
Salzsäure dazu verbraucht, den Kalk des Calcrammanganits
zu sättigen und beide, Kalk und Salzsäure, muss der Fabrikant zumeist
als fast vollkommen werthloses Chlorcalcium weglaufen lassen. Um
diesen Uebelstand zu umgehen, hat Weldon eine Modification seines
Verfahrens ausgearbeitet, welche gestattet, von dem m der Salzsaure
vorhandenen Chlor bis 62 p. C. als freies Chlor zu erhalten, während
nur wenig Chlorcalcium als Nebenproduct gewonnen wird. Er erreicht
dies dadurch, dass er zur Zersetzung der Manganlauge nicht Kalk,
sondern Magnesia anwendet. In dieser Modification nimmt der Weldon-Process
folgende Gestalt an: Die von der Chlorentwickelung aus
Magnesiummanganit, dem Braunsteinregenerationsproduct des Processes,
herstammende Lauge, in welcher Magnesiumchlorid und Manganchlorür
enthalten sind, wird anfangs in einer Schale, zuletzt in einer
Art Muffel verdampft, während fortwährend Luft hindurchgeleitet wird.
Gegen Ende des Abdampfens entwickelt sich aus dem Magnesiumchlorid
unter dem Einflüsse des Wassers Salzsäure, welche condensirt
wird. Nachdem die Lauge zu einer bestimmten Consistenz verdampft
ist knickt man die Salze auf einen Herd, auf welchem sie unter
Ueberleitcn von Luft geröstet werden. Hierbei tritt mit Luft verdünntes
Chlor auf, welches in einem Thurm an Kalkmilch gebunden wird, und
Magnesiummanganit bleibt zurück. Letzteres wird zur Entwickelung
von Chlor aus Salzsäure benutzt und macht hierauf als Manganchlorur
und Chlormagnesium denselben Process durch. Die gegen Ende des
Abdampfens der Lauge auftretende Salzsäure ist gerade hinreichend,
um aus der Chlorkalklösung, in welche das verdünnte, vom Kosten des
Abdampfrückstandes herrührende Chlor verwandelt worden ist concentrirtes
Chlor zu entwickeln. Hiernach geht nur derjenige Theil der
Salzsäure verloren, welcher zur Zersetzung des unterchlorigsauren
Kalkes verbraucht wird, während 62 p. C. des Gesammtchlors, welches
als Salzsäure in den Process eingeht, als freies Chlor gewonnen wird
Es ist auf diese Weise möglich, 1000 Kg Chlorkalk mit der aus 700 Kg
Kochsalz gewonnenen Salzsäure darzustellen. Die Magnesia und das
Manganoxyd werden nicht verbraucht, sondern spielen nur die Rolle
von Sauerstoffüberträgern der Salzsäure gegenüber.
Chlorbereitung nach Deacou. Ist es Weldon gelungen, m
einem fortlaufenden Process Chlor aus Salzsäure darzustellen, ohne (wenigstens
in der Theorie) mehr als einmal natürlichen Braunstein zur Anwendung
zu bringen, so ist das Problem, mit Umgehung aller Nebenproducte
Salzsäure in freies Chlor zu verwandeln, m noch viel vollständigerer
Weise durch Deacon gelöst worden.
Schon Vorjahren ist der Vorschlag gemacht worden, die bekannte
Eigenschaft des Kupferchlorids, beim Erhitzen in Chlor und Kupfer-