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MAK

Full text : Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 16

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Chlor,  Brom,  Jod,  Fluor.
dünnter  Salzsäure  oder  Wasser  beschickt  ist,  leitet.  Hierauf  wird  das
Gas  von  dem  mitgeführten  Wasser  durch  einen  mit  Chlorcalcium  beschickten ­
  Thurm,  oder  besser  einen  Cokethurm,  in  welchem  Schwefelsäure ­
  niederfliesst,  befreit  und  ist  damit  zur  Absorption  in  den  Chlorkalkkammern ­
  fertig.  Selbstverständlich  ist  ein  Trockenapparat  überflüssig, ­
  wenn  eine  wässerige  Flüssigkeit  mit  Chlor  gesättigt  werden
soll,  wie  dies  bei  der  Darstellung  von  chlorsaurem  Kalium  der  Fall  ist.
Für  letzteren  Zweck  benutzt  Kunheim  das  nach  vDeacon’s  Methode
gewonnene  Chlor.  Das  Chlor  wird  hier  durch  die  Kalkmilch,  welche
es  passirt,  so  vollständig  absorbirt,  dass  in  der  dem  Exhaustor  entströmenden ­
  Luft  nur  Spuren  davon  enthalten  sind.  Der  Zug  in  dem
ganzen  Apparat  wird  durch  irgend  eine  Saugvorrichtung  jenseits  der
Chlorkalkkammern  bewirkt  und  mittelst  eines  von  Hurt  er  construirten
Anemometers  gemessen.  Letzteres  besteht  aus  einemUförmigen  Rohre
von  5/w  cm  lichter  Weite,  dessen  Schenkel  ungefähr  25  cm  lang  sind.
Der  eine  Schenkel  dieser  Röhre  steht  mit  dem  Gasstrome  in  Commnnication,
  so  dass  der  durch  den  Strom  stattfindende  Druck  durch  Verschiebung ­
  der  in  dem  anderen  Schenkel  befindlichen  Flüssigkeit  (Aether)
angezeigt  wird.  Die  Röhre  ist  mit  dem  die  Flüssigkeit  enthaltenden
Schenkel  flach,  auf  eine  mit  Scala  versehene  schiefe  Ebene  befestigt,
welche  sich  an  einem  mit  Libelle  versehenen  Gestell  heben  und  senken
lässt.  Der  Meniscus  der  Flüssigkeit  ist  dadurch  auf  eine  lange  Diagonale ­
  ausgedehnt  und  die  geringen  verticalen  Scalentheile  sind  zu  langen
horizontalen  vergrössert.  Kunheim  bedient  sich  einer  einfachen
senkrecht  stehenden,  mit  Aether  gefüllten  U-Röhie.
Die  grösste  Schwierigkeit  für  die  Praxis  liegt  bei  dem  Deacon  -
sehen  Chlorprocess  in  dem  enormen  Gasvolum,  mit  welchem  openrt
werden  muss,  und  demgemäss  in  der  Grösse,  welche  man  sich  den  Chlorkalkkammern ­
  zu  geben  genöthigt  sah.  Allein  auch  diesen  Hindernissen
für  die  Einführung  in  die  chemische  Industrie  hat  Deacon  entgegenzutreten ­
  gesucht.  Er  zwingt  nämlich  die  Gase,  ihren  Lauf  so  zu  nehmen,
dass  sie  systematisch  entchlort  werden,  indem  er  ihnen  zuerst  fast  fertigen ­
  Chlorkalk,  demnächst,  je  mehr  sie  ihr  Chlor  verlieren,  immer
weniger  gesättigten  Kalk  darbietet,  bis  sie  endlich  über  frisches  Kalkhydrat ­
  hinweg  vollständig  ausgenutzt  in  die  Atmosphäre  treten.  Die
Apparate,  durch  welche  er  diese  systematische  Sättigung  des  Kalkes
erreicht,  sind  von  zweierlei  Art.  Erstens  wendet  er  Kammern  an  in
denen  der  Kalk  auf  Hürden  liegt  und  welche  so  mit  einander  verbunden
sind,  dass  sie  der  Chlorstrom  sämmtlich  nach  einander  durchstreicht.
Sobald  in  der  dem  Entwickelungsapparate  zunächst  gelegenen  Kammer
der  Kalk  gesättigt  ist,  wird  diese  ausser  Verbindung  mit  dem  Chlorstrom ­
  gesetzt  und  tritt,  mit  frischem  Kalk  beschickt,  an  das  Ende  der
Kette  von  Kammern,  während  unterdessen  wieder  fast  gesättigter  Kalk
dem  concentrirten  Theile  des  Chlorstroms  dargeboten  wird.  Die  zweite
            
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