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Chlor, Brom, Jod, Fluor.
von demselben Stein eingefügt, auf welcher der Braunstein in nussgrossen
Stücken aufgeschichtet wird. Die Steinkufe ist durch eine
wuchtige Platte von demselben Material geschlossen, welche mittelst
eines über eine Rolle geschlungenen Seiles mit Gegengewicht gehoben
wird. In dieser Platte sitzt ein dickes Steinzeugrohr für die Einführung
von Wasserdampf; sie ist überdies mit einem Mannloch sowie
mit einer Oeffnung zum Eingiessen der Bromlauge und der verdünnten
Schwefelsäure versehen und hat ferner eine Oeffnung, durch welche die
in Freiheit gesetzten Bromdämpfe entweichen können.
Nur wenige Steine eignen sich für die Construction dieser Destillirgefässe.
Als man die Bromfabrikation in Stassfurt begann, hatte man
in der That grosse Noth, die rechte Sorte zu finden. Fast alle versuchsweise
angewendeten Steine Hessen nach einiger Zeit die Chlormanganlösung
durchsickern und mussten zur Beseitigung dieses Uebelstandes
getheert werden. Allein hierdurch entstand der andere Nachtheil, dass
durch Umwandlung der Theerkohlenwasserstoffe in Bromsubstitute erhebliche
Mengen von Brom verloren gingen und das Brom selbst verunreinigt
wurde. Dr. Frank schätzt den Verlust für jede neue Theerung
auf beiläufig 50 Kg Brom. Neuerdings hat man in der Nähe der Porta
Westphalica einen Stein gefunden, welcher dieser kostspieligen Vorbereitung
nicht bedarf und direct angewendet werden kann. Nichtsdestoweniger
ist der hohe Preis dieser Steinkufen Veranlassung gewesen,
dass man seit einiger Zeit mit Versuchen beschäftigt ist, Destillationsgefässe
aus grossen Schieferplatten zusammenzusetzen, welche mittelst
eiserner Bänder zusammengeschraubt werden. Zu endgültigen Ergebnissen
haben diese, Versuche noch nicht geführt.
Die Bromlaugen befinden sich in einem grossen, über den Destillirgefässen
gelegenen Reservoir, in welchem sie durch eine Dampfspirale
vorgewärmt werden können. Der Stand der Lauge wird durch
einen Schwimmer angezeigt: an demselben ist ein Seil befestigt, welches
sich über eine Rolle schlingt und am anderen Ende ein über eine Scala
gleitendes Gewicht trägt, so dass der Arbeiter bei der Beschickung der
Destillirgefässe nur den Weg dieses Gewichtes zu beobachten hat.
Der Steindeckel schliesst durch sein eigenes Gewicht, kann aber
durch aufgelegte Gewichte noch weiter beschwert werden; die Fugen sind
überdies mit plastischem Thon verstrichen. Der Deckel wird, wie bereits
bemerkt, durch ein Gegengewicht gehoben, aber nur dann, wenn der Apparat
von Neuem mit Braunstein gefüllt wird. Die Füllung beträgt etwa
4 Ctr., welche Quantität für eine ganze Reihe von Operationen ausreicht.
Nicht alle Braunsteinsorten taugen für diesen Zweck, mittelhartes Mineral
eignet sich am besten. Die übrige Beschickung sowohl mit
Bromlauge als auch mit Schwefelsäure erfolgt durch eine der kleinen
Oeffnungen in dem Steindeckel, welche unmittelbar nach dem Einfüllen
durch einen mit Eisengewichten beschwerten Thonballen geschlossen