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Fabrikation der Schwefelsäure.
werden. Gestatten es die Terrainverhältnisse nicht anders, so
kann der Wagen eine niedrige Form erhalten und das Schienengeleise
mit dem Niveau der Hüttensohle in gleicher Höhe liegen. Die
Beschickung der Oefen mit Stückkiesen geschieht auf der Rhenania bei
Stolberg und an anderen Orten, wo die Anfuhr auf den Kiesofen keine
Schwierigkeiten macht, durch eine im Gewölbe befindliche Oeffnung
und dauert dann das Einfüllen nicht länger als zwanzig Secunden.
Ist es zu umständlich, die Erze auf den Ofen zu schaffen, so wirft man
dieselben mit Schaufeln durch die Arbeitsthüren ein. 400 Kg sind auf
diese Weise in fünf Minuten in den Ofen zu bringen. Da das Chargiren
immer eine Störung für den Ofengang ist, so erscheint es zweckmässig,
diese Störung auf die kleinste Dauer zu beschränken.
Arme Stückkiese werden in Freiberg und Oker in. sogenannten
Kilns geröstet. Es sind dies kleine Schachtöfen mit seitlichem Gasabzug
und niedrigem Gewölbe, in welchem hohe Erzschichten gehalten
werden x ).
Was die Röstung von Feinkies und Graupen betrifft, so geschieht
dieselbe zuweilen -in der Weise, dass diese Erze ebenfalls mit den
Stücken geröstet werden. Dieses Verfahren ist indessen nicht günstig,
insofern die Röstung des ganzen Kiesquantums mangelhaft wird.
Besser ist die Verarbeitung des Feinkieses zu „Klütten“ (Stockein,
houlets, balls). Das feine Erz wird zu dem Ende mit mehr oder weniger
Thon und Wasser gemengt, in Kugeln geformt oder in Stückchen
geschnitten. Die getrockneten Klütten werden dann für sich oder mit
Stückerzen gemischt in den für Stückkies beschriebenen Oefen geröstet.
Englische Fabriken, welche spanische kupferhaltige Kiese rösten,
mischen die fein gemahlenen Erze mit Wasser (ohne Thon) und formen
den Brei, der durch seinen Gehalt an Vitriol zusammenhängt, zu
Klütten.
Für die Röstung der Feinkiese und Graupen sind in den letzten
Jahren verschiedene Oefen construirt worden.
Im Jahre 1862 führte man in Freiberg die sogenannten Schuttöfen
ein, deren originelle und sinnreiche Construction von Moritz
Gerstenhöfer herrührt. Dieselben sind in den meisten technischen
Journalen beschrieben. In Schwarzenberg’s Arbeit über Schwefelsäurefabrikation,
S. 415, sind besonders deutliche nach genauem Maass
ausgeführte Zeichnungen gegeben. F. Bode, Assistent in Gerstenhöfer’s
technischem Büreau, beschreibt in seiner Brochüre: „Beiträge
zur Theorie und Praxis der Schwefelsäurefabrikation“ die Construction
sehr ausführlich. Er beschäftigt sich zumal eingehend mit allen gei)
Vergl. Gra ham-Otto’s
Lehrb. II. Band, 1. Abth. 549.