Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 16

159

Fabrikation  der  Schwefelsäure.
werden.  Gestatten  es  die  Terrainverhältnisse  nicht  anders,  so
kann  der  Wagen  eine  niedrige  Form  erhalten  und  das  Schienengeleise ­
  mit  dem  Niveau  der  Hüttensohle  in  gleicher  Höhe  liegen.  Die
Beschickung  der  Oefen  mit  Stückkiesen  geschieht  auf  der  Rhenania  bei
Stolberg  und  an  anderen  Orten,  wo  die  Anfuhr  auf  den  Kiesofen  keine
Schwierigkeiten  macht,  durch  eine  im  Gewölbe  befindliche  Oeffnung
und  dauert  dann  das  Einfüllen  nicht  länger  als  zwanzig  Secunden.
Ist  es  zu  umständlich,  die  Erze  auf  den  Ofen  zu  schaffen,  so  wirft  man
dieselben  mit  Schaufeln  durch  die  Arbeitsthüren  ein.  400  Kg  sind  auf
diese  Weise  in  fünf  Minuten  in  den  Ofen  zu  bringen.  Da  das  Chargiren
immer  eine  Störung  für  den  Ofengang  ist,  so  erscheint  es  zweckmässig,
diese  Störung  auf  die  kleinste  Dauer  zu  beschränken.
Arme  Stückkiese  werden  in  Freiberg  und  Oker  in.  sogenannten
Kilns  geröstet.  Es  sind  dies  kleine  Schachtöfen  mit  seitlichem  Gasabzug ­
  und  niedrigem  Gewölbe,  in  welchem  hohe  Erzschichten  gehalten
werden  x ).
Was  die  Röstung  von  Feinkies  und  Graupen  betrifft,  so  geschieht
dieselbe  zuweilen  -in  der  Weise,  dass  diese  Erze  ebenfalls  mit  den
Stücken  geröstet  werden.  Dieses  Verfahren  ist  indessen  nicht  günstig,
insofern  die  Röstung  des  ganzen  Kiesquantums  mangelhaft  wird.
Besser  ist  die  Verarbeitung  des  Feinkieses  zu  „Klütten“  (Stockein,
houlets,  balls).  Das  feine  Erz  wird  zu  dem  Ende  mit  mehr  oder  weniger ­
  Thon  und  Wasser  gemengt,  in  Kugeln  geformt  oder  in  Stückchen
geschnitten.  Die  getrockneten  Klütten  werden  dann  für  sich  oder  mit
Stückerzen  gemischt  in  den  für  Stückkies  beschriebenen  Oefen  geröstet.
Englische  Fabriken,  welche  spanische  kupferhaltige  Kiese  rösten,
mischen  die  fein  gemahlenen  Erze  mit  Wasser  (ohne  Thon)  und  formen ­
  den  Brei,  der  durch  seinen  Gehalt  an  Vitriol  zusammenhängt,  zu
Klütten.
Für  die  Röstung  der  Feinkiese  und  Graupen  sind  in  den  letzten
Jahren  verschiedene  Oefen  construirt  worden.
Im  Jahre  1862  führte  man  in  Freiberg  die  sogenannten  Schuttöfen
  ein,  deren  originelle  und  sinnreiche  Construction  von  Moritz
Gerstenhöfer  herrührt.  Dieselben  sind  in  den  meisten  technischen
Journalen  beschrieben.  In  Schwarzenberg’s  Arbeit  über  Schwefelsäurefabrikation, ­
  S.  415,  sind  besonders  deutliche  nach  genauem  Maass
ausgeführte  Zeichnungen  gegeben.  F.  Bode,  Assistent  in  Gerstenhöfer’s
  technischem  Büreau,  beschreibt  in  seiner  Brochüre:  „Beiträge
zur  Theorie  und  Praxis  der  Schwefelsäurefabrikation“  die  Construction
sehr  ausführlich.  Er  beschäftigt  sich  zumal  eingehend  mit  allen  gei)

  Vergl.  Gra  ham-Otto’s

Lehrb.  II.  Band,  1.  Abth.  549.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.