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Fabrikation der Schwefelsäure.
Ein Ofen für Feinkies von Perret war 1867 auf der Pariser Aus
stellung im Modell ausgestellt; Schwarzenberg hat denselben ge
nau beschrieben 1 ).
Dieser Ofen besteht aus mehreren Etagen horizontaler Platten,
welche über einem Stückkiesofen angebracht sind. Die Platten,
welche in einem Abstand von 30 cm auf einander folgen, sind 5
bis 8 cm hoch mit Feinkies bedeckt und werden von den Röstgasen
bestrichen, welche auf ihrem Wege von unten nach oben die Erze ent-
schwefeln. Der Perret’sche Ofen ist in der chemischen Fabrik Wohl-
gelegen bei Mannheim seit Jahren im Betrieb, im Uebrigen wohl nur
auf Frankreich beschränkt geblieben. Die ursprünglich ausgeführten
Constructionen erhoben sich mehr als 6 m über die Hüttensohle;
sie erforderten viele Arbeit, da das Erz von einer Etage zur anderen
gekrückt wurde, wobei überdies etwas schweflige Säure verloren ging.
Die neuesten Perret’schen Oefen sind wesentlich modificirt und func-
tioniren ganz vorzüglich. Sie sind etwas über 2 Meter hoch und ha
ben nur vier Reihen Platten übereinander, welche alle von der Hütten
sohle beschickt werden. Der Kies brennt auf jeder Platte vollständig
aus und es ist daher nicht nöthig, den Kies von oben nach unten zu
schieben. Auf diese Weise werden gleiche Gewichtsmengen Stückkies
und Feinkies abgeröstet.
Maletras in Rouen hat zuerst einen Plattenofen nach der Per
ret’schen Construction angelegt, in welchem schwefelreiche Feinkiese
für sich ohne Stückkies und ohne Kohlefeuerung gut abgeröstet wer
den. In Dieuze und bei Berlin sind ähnliche Oefen in Betrieb. Die
Röstung von armen Kiesen hat in Dieuze keine befriedigende Resul
tate gegeben, obwohl die Erze getrocknet waren, ehe sie in den Ofen
gelangten. Der Feinkies von 46 bis 48 p. C. Schwefel wird dagegen
auf 3 bis 4 p. C. abgeröstet.
Peter Spence liess sich 1861 in England einen Ofen patentiren 2 ),
um Feinkies zu rösten, wie er in ähnlicher Form vor 20 Jahren in
Belgien und Stolberg bei Aachen eingeführt war. Der Ofen wurde mit
Feuerung betrieben, die eine aus Gewölben gebildete Muffel zur Auf
nahme der Schwefelerze erhitzt. Da durch die Arbeitsthüren viel Luft
eintritt, so enthalten die Gase nur wenig schweflige Säure. In der
Fabrik von Imeary bei New Castle on Tyne ist noch ein Spence scher
Ofen in Betrieb; bei Spence selbst soll der Ofen nicht mehr functio-
niren und hat derselbe überhaupt nur eine beschränkte Anwendung
gefunden.
Allhusen in Gateshead bei New Castle röstet Feinkiese auf
eisernen Platten, welche sich oberhalb der Stückkiese befinden. Ueber
die Betriebsresultate ist nichts bekannt geworden.
l) Bolley’s Handb. d. ehern. Technol. II, 421. 2 ) Nro. 3002. 1861.
Wiener Weltausstellung. IH. 11