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Gruppe III. Chemische Industrie.
Pelouze ^püblicirte 1861 ein Verfahren, nach welchem man die Kiese
zur Bestimmung des Schwefelgehaltes mit chlorsaurem Kalium und einer
gewogenen Menge reinen Natriumcarbonats im Platintiegel aufschliesst.
Die geschmolzene Masse wird in Wasser gelöst und der Ueberschuss von
Soda volumetrisch durch Sättigung mit einerSäure bestimmt. Barreswil
machte auf die Fehlerquelle dieser Methode bei Gegenwart von Arsen
verbindungen in den Pyriten aufmerksam. Bottomley und Boche-
roff wiesen ebenfalls auf die Ungenauigkeiten derselben hin. J. Kolb 2 )
hat interessante vergleichende Versuche über Schwefelbestimmungen mit*
telst der vorhin erwähnten ponderalen und der von Pelouze angegebe
nen volumetrischen Methode angestellt. Die Resultate differirten um
mehrere Procente. Kolb fand die Fehlerquelle einerseits in der Bildung
von Natriumsilicat und andererseits in der Zersetzung des Kaliumchlorats
bei Gegenwart von Eisenoxyd in Chlor, Sauerstoff und Aetzkali. Kolb
schlägt vor, das fein gepulverte Erz mit 5 g Soda und 50 g Kupfer
oxyd bei dunkler Rothgluth zusammen zu schmelzen; die geschmol
zene Masse mit heissem Wasser zu behandeln, zu filtriren und im
Filtrat die überschüssige Soda volumetrisch zu bestimmen.
In den Freiberger Fabriken mengt man 3 ) 1 g fein geriebenen Kies
mit 3 g wasserfreiem Natriumcarbonat und eben so viel Salpeter. Dieses
Gemenge bringt man in ein eisernes Schälchen, schmilzt es in einer
rothglühenden Muffel zusammen, löst es in heissem Wasser auf und
filtrirt die Lösung in ein Becherglas, in dem sich etwas Salzsäure be
findet, welche die überschüssige Soda sättigt. Dann lässt man die
Flüssigkeit, die sauer reagiren soll, kurze Zeit sieden und bestimmt die
darin enthaltene Schwefelsäure, welche dem Schwefelgehalt des Kieses
äquivalent ist, volumetrisch mit Chlorbariumlösung, die man so gestellt
hat, dass je 1 Cubikcentimeter derselben 2 p. C. Schwefel anzeigt.
Verwerthung der abgerösteten Schwefelkiese. In der
französischen Abtheilung der Wiener Weltausstellung hatte die che
mische Fabrik der Gesellschaft St. Gobain, Chauny & Cirey Eisen
ausgestellt, welches aus nicht kupferhaltigen Schwefelkiesrückständen
dargestellt worden war. Die gute Abröstung der Schwefelkiese,
welche die Erze zur Verhüttung auf Eisen tauglich macht, soll dadurch
bewerkstelligt werden, dass man die Feinkiese in dünnen Schichten
erkalten lässt und zu wiederholten Malen im Perret’schen Ofen ab
röstet. Diese Röstung wird in der Weise vorgenommen, dass abwech
selnd eine Platte mit Abbränden und die folgende mit frischem Kies
beschickt wird. Die bei der Verbrennung des Feinkieses sich ent-
1 ) Pelouze, Arm. chim. phys. [3] 63. 2 ) J. Kolb, Notes sur
l’essai des pyrites de fer, 1869. 3 ) Schwarzenberg in der Seite 154 ange
führten Schrift, 424.