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Gruppe III. Chemische Industrie.
wurden, sind von Schwarzenberg 4 ) mitgetheilt worden. Derselbe
giebt auch die Beschreibung des zur regelmässigen Benetzung des
Cokes in Thürmen, zuerst in Aussig angewendeten Segn er’sehen
Rades.
Die Zersetzung der nitrosen Säure fand früher allgemein in
einer sogenannten Kochtrommel mit Dampf statt. Da dieser Apparat
häufigen Reparaturen unterworfen ist, so lässt man in einigen Fabriken
die nitrose Schwefelsäure auf Cascaden von Thongefässen, die im Innern
der Bleikammer äufgestellt sind, mit Wasser zusammenfliessen, wobei
die Zersetzung erfolgt. Neuerdings wird der Glover’sche Thurm, von
welchem im nächsten Abschnitt noch die Rede sein wird, mit bestem
Erfolge zu diesem Zwecke benutzt. Ein Gemenge von Kammersäure
und nitroser Schwefelsäure aus dem G ay- L u ssac’sehen Apparat fliesst
von oben in den Glover’schen Thurm. Von unten treten die heissen
Röstgase ein und concentriren die Schwefelsäure auf 1'7 Volumgewicht.
Die dabei sich entwickelnden Wasserdämpfe zersetzen die nitrose
Schwefelsäure so vollständig unter Mithilfe der schwefligen Säure, dass
die concentrirte Säure aus dem Glover’schen Thurm ganz frei von
Stickstoffverbindungen ist, während die Zersetzung in der Kochtrommel
und auf der Cascade schwer so zu leiten ist, dass nicht doch dann und
wann unvollständig zersetzte Säure abfliesst.
Was die Construction der Bleikammern betrifft, so herrschen über
die zweckmässigste Form noch verschiedene Ansichten. A. W. Hof
mann 2 ) sprach im Berichte der Londoner Ausstellung die Ansicht aus,
dass die Bildung von Schwefelsäure unabhängig sei von der Oberflächen-
Wirkung und wird diese Erfahrung von vielen alten Fabrikanten be
stätigt. Stas 3 ) hat in der chemischen Fabrik von de Hemptine in
Brüssel auch durch Versuche bewiesen, dass die Schwefelsäurepro-
duction unter sonst gleichen Umständen dem Kammervolum propor
tional sei. Smith 4 ) spricht in der mehrfach citirten Broschüre die
Ansicht aus, dass das Innere einer Bleikammer noch ein unbekanntes
Land sei und macht als Beitrag zur Erforschung desselben interessante
Angaben über den Gehalt der Kammergase an schwefliger Säure, Sal
petersäure und Schwefelsäure. Unter Anderem hat er gefunden, dass
in der Nähe der fertigen Schwefelsäure die Neubildung am grössten
sei und glaubt sich aus seinen Untersuchungen zu dem Schlüsse be
rechtigt, dass diejenige Kammer die beste sei, welche eine Höhe von
3 m, eine Breite von 9 m und eine Länge von 60 m habe. Ver
fasser hat die Ansicht von Smith nicht bestätigt gefunden. Er hing
in verschiedener Höhe der Bleikammern gleich grosse Bleischalen auf,
J ) Schwarzenberg in dem Seite 154 citirten Werke, 385. 2 ) A. W.
Hofmann, Reports by the juries, 99. s ) A. W. Hofmann, Reports by
the juries, 14. 4 ) Smith in der Seite 155 citirten Schrift, 22.