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Full text: Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 16

180 Gruppe III. Chemische Industrie. 
hat J. Kolb 1 ) ausführliche und genaue Untersuchungen über den Gehalt 
von Säuren verschiedener Volumgewichte an Monohydrat veröffentlicht, 
durch welche die Angaben von Bineau zum grössten Theil ihre Be 
stätigung finden. Der Unterschied, welcher in dieser Beziehung bisher 
geherrscht hat, rührt aber nicht nur von den ungleichen Gehalten her, 
welche verschiedene Tabellen geben, sondern auch von der ungleichen 
Graduirung der B e aum e ’ sehen Aräometer selber. Gerlach 2 ) hat 
eine interessante Zusammenstellung der Volumgewichte gegeben, welche 
den einzelnen Graden der Aräometerscale entsprechen. 
Da in den Schwefelsäurefabriken meist nur nach Beaume-Graden 
gerechnet wird, so ist eine einheitliche Graduation dieses Aräometers 
sehr zu wünschen. Kolb hat auch bereits in der von ihm aufgestell 
ten Tabelle eine neue, von vielen bereits adoptirte Graduation einge 
führt, wo 0 Grad Beaume gleich ist dem Volumgewicht des Wassers 
bei 15 0 C. und 66° B. gleich dem Volumgewicht des Schwefelsäuremono 
hydrats bei 15° C. (= 1'842). Das Verhältniss von Grad Beaume und 
Volumgewicht wird demzufolge ausgedrückt durch die Gleichung 
_ 144-3 
— 144-3 —n 
wo d das Volumgewicht und n den Grad Beaume bedeutet 3 ). 
l) J. Kolb, Bull, indust. de Mulh. 28.Fev. 1872; Wagn. Jahresber. 1873, 
252. 2 ) Gerlach, Dingl. pol. J. CXCYIII, 313. 
3 ) Da sich die chemische Grossindustrie noch immer fast ausschliesslich 
des Beaume’schen Aräometers bedient, so ist die oben gegebene Formel für 
die Umwandlung der Beaum4’schen Grade in Volum gewichte, zumal für den 
Gebrauch im Laboratorium, von ganz erheblichem Interesse, und es verlohnt 
sich daher, ihre Herleitung näher zu begründen. 
Wenn ein Aräometer in Wasser bis 0°, in einer zweiten Flüssigkeit D 
von dem Vol.-Gew. d nur bis «° einsinkt, so haben die beiden verdrängten 
ungleichen Flüssigkeitsvolume dasselbe Gewicht, nämlich das Gewicht des 
Aräometers. Bezeichnet man mit G das Gewicht dieses Aräometers — das Ge 
wicht eines Wasservolums, welches dem Volum eines Scalentheils entspricht, 
als Einheit genommen —, so ist 
das Gewicht des von dem Aräometer verdrängten Wasservolums . . = G 
das Gewicht eines gleichen Volums der Flüssigkeit D vom Vol.-Gew. d = Gd 
das Gewicht des durch n Scalentheile verdrängten Wassers = n 
das Gewicht eines gleichen Volums der Flüssigkeit D — nd 
Nun ist es aber offenbar gerade dieses letztere Gewicht, um welches 
sich die Gewichte Gd und G von einander unterscheiden, und man hat 
daher 
Gd — G — nd, 
woraus 
d = T7-— und G — 
G—n 
nd 
d— 1 
folgt. 
Für den Fall von Schwefelsäuremonohydrat vom Vol.-Gew. 1’842, in
	        
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