Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 16

183

Fabrikation  der  Schwefelsäure.
reinigt  werden  kann,  nicht  aber,  wenn  dasselbe  als  arsenige  Säure  vorhanden ­
  ist.  Die  Arsensäure  verbleibt  nämlich  vollständig  im  Destillationsrückstande, ­
  während  die  arsenige  Säure  mit  übergeht.  Mit  Rücksicht
hierauf  empfehlen  Bussy  und  Buignet  die  käufliche  Säure,  welche
sowohl  arsenige  Säure  als  auch  Arsensäure  zu  enthalten  pflegt,  mit
Salpetersäure  zu  behandeln,  wodurch  die  arsenige  Säure  hoher  oxydirt
wird.  Die  Säure  ist  alsdann  zur  Zerstörung  der  salpetrigen  Saure
mit  etwas  Ammoniumsulfat  zu  vermischen  und  zu  destilliren.
Bückner 1 )  hat  sein  früheres  Verfahren  zur  Beseitigung  des
Arsens,  welches  darin  bestand,  Schwefelsäure  mit  Chlorwasserstoffsäure
zu  erhitzen,  modificirt.  Er  hat  anerkannt,  dass  vermittelst  Chlorwasserstoffsäure ­
  das  Arsen  sich  nicht  entfernen  lässt,  wenn  es  in  Form  von
Arsensäure  in  der  rohen  Schwefelsäure  sich  befindet.  Um  die  Arsensäure ­
  in  arsenige  Säure  überzuführen,  wird  entweder  die  zu  reinigende
rohe  Säure  zuerst  mit  etwas  Kohle  erhitzt  und  sodann  mit  Chlorwasserstoffsäure ­
  behandelt,  oder  es  wird  das  Erhitzen  mit  Kohle  und
das  Behandeln  mit  Chlorwasserstoffsäure  gleichzeitig  vorgenommen.
Da  erfahrungsmässig  die  Säure  in  den  meisten  Fällen  Arsensaure
enthält,  so  ist  die  Erhitzung  mit  Kohle  in  jedem  Falle  anzurathen.
Blondlot 2 )  empfiehlt  die  Umwandlung  der  arsemgen  Säure  in
Arsensäure  bei  einer  durch  Destillation  zu  reinigenden  Schwefelsäure
nicht  durch  Salpetersäure,  sondern  durch  Braunstein  oder  Kalinmmanganat
  zu  bewirken.  .  .  ,  „
Lyte 3 )  schlägt  vor,  die  rohe  Säure  zuerst  mit  '/ 4  bis  / 2  p.O.
Oxalsäure  in  einer  Schale  auf  HO»  zu  erhitzen,  dann  mit  chromsaurem
Kali  zu  versetzen,  schliesslich  zu  destilliren.  Die  Oxalsäure  beseitigt
die  salpetrige  Säure,  die  Chromsäure  verwandelt  die  arsenige  Saure  in
A.rsBHsäiir6
In  Fr'eiberg  und  Oker  wird  die  Schwefelsäure  durch  Schwefelwasserstoff ­
  gereinigt  und  ist  dies  Verfahren  besonders  empfehlenswert!,,
seitdem  das  Gas  nicht  mehr  in  die  Flüssigkeit  emgeleitet  wird.  Man
lässt  die  Schwefelsäure  in  einem  Fällthurm  abwärts  fliessen,  in  welchem
Prismen  wie  im  Gerstenhöf  er’sehen  Ofen,  aber  von  Blei  angebracht
sind,  jedoch  mit  dem  Unterschied,  dass  eine  Kante  nach  oben  und  eine
Fläche  nach  unten  gekehrt  ist.  In  diesen  Fällthurm  tritt  unten  ein
Schwefelwasserstrom,  welcher  aus  Rohstein  und  Schwefelsäure  entwickelt
wird.  Durch  das  Abfliessen  der  Säure  in  dünnen  Schichten  ist  die
Ausfällung  des  Schwefelarsens  eine  recht  befriedigende.
Concentration  der  Schwefelsäure.  Die  in  den  Schwefelsäurefabriken ­
  gebräuchlichsten  Apparate  zur  Concentration  der  Kammersäure ­
  sind:

^  1)  Bückuer,  Bayer.  Kunst-  u.  Gewerbehl.  1864,  480.  2 )  Blondlot
Compt.  rend.  LVHI,  76.  3 )  Lyte,  Chem.  News  X,  172.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.